Altern als Aufgabe Call for Contributions

image_pdf

— Call for contributions —

Tagung „Altern als Aufgabe“
Interdisziplinäre Perspektiven auf die Imperative und die soziale Wirklichkeit des Alterns

Tagung, 7. bis 9. März 2018, Heidelberg

Veranstalter: DFG-Forschungsnetzwerk „Altern als Selbstverwirklichung. Individualitätskonzepte später Lebensphasen im Schnittfeld von Neurowissenschaften, Vorsorge-, Bildungs- und Altersdiskurs“ in Kooperation mit dem Marsilius-Kolleg der Universität Heidelberg.

„Altern“ ist ein dichtes Konzept, in dem Deskriptives und Normatives, Somatisches und Soziales eng ineinander greifen. Das Altern ist gleichermaßen Gegenstand von Hoffnungen, Ängsten und Wünschen wie von politischen Regulierungen und sozialen Vorgaben, die sich in Zielformulierungen für Alternde niederschlagen. „Bleib gesund!“ – „Steigere dich!“ – „Bring dich ein!“ – „Werde du selbst!“: Ohne dass sie immer explizit formuliert würden, stellen solche Imperative Hintergrundplausibilitäten des Alterns dar. Sie prägen gesellschaftliche Diskurse, Selbstwahrnehmungen und Alltagspraktiken und sie materialisieren sich in Prämissen der Sozial-, Gesundheits- und Demografiepolitik. Altern ist sowohl eine existenzielle, hochgradig diverse Herausforderung für jede einzelne Person als auch eine gesellschaftliche Aufgabe, die kaum reicher an Kontroversen sein könnte. In der Thematisierung des Alterns artikulieren sich die Ambivalenzen spätmoderner Gesellschaften.

Die Tagung adressiert zum einen die spannungsvolle imperative Struktur des Alterns und zum anderen das Verhältnis der Alternsimperative zur sozialen Wirklichkeit alter(nder) Menschen. Vertreterinnen und Vertreter der Sozialwissenschaften, Philosophie, Theologie, Medizin, Medizinethik, Psychologie, Bildungs- und Pflegewissenschaften debattieren in Panels über das Altern als herausragende Aufgabe der Gegenwart. Die Tagung richtet sich an Wissenschaftler/-innen wie auch an Vertreter/-innen von Wohlfahrtsverbänden und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen, die mit konzeptionellen Fragen im Umfeld des Alterns befasst sind.

Beteiligt sind neben vielen anderen Prof. Dr. Hartmut Rosa, Jena; Prof. Dr. Andreas Kruse, Heidelberg; Prof. Dr. Bettina Schöne-Seifert, Münster; Prof. Dr. Anne Waldschmidt, Köln; Prof. Dr. Hans-Werner Wahl, Heidelberg; Prof. Dr. Stefan Sorgner, Rom; Prof. Dr. Christoph Butterwegge, Köln, und Prof. Dr. Thomas Klie, Freiburg.

Die Tagung bietet jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (Doktoranden/-innen, aber auch Postdocs und anderen interessierten Forschenden) die Gelegenheit, ihre Arbeiten vorzustellen. Gesucht sind Forschungsprojekte aller Disziplinen, die sich mit Imperativen des Alterns – sozialen Normen, Erwartungen bzw. Zielvorgaben an alternde Menschen – im Horizont der sozialen Wirklichkeit des Alterns befassen. Für die Vorstellung dieser Projekte sind zwei Sektionen vorgesehen, in denen die Forschungsansätze und -ergebnisse vor allen Teilnehmenden der Tagung vorgestellt und diskutiert werden. Eine Teilnahme an der gesamten Tagung wird erwartet.

Wenn Sie Interesse haben, Ihre Forschungen auf der Tagung zu präsentieren, senden Sie bitte bis zum 15. Dezember 2017 ein Abstract von ca. einer Seite an die folgende Email-Anschrift: anke.muno@fest-heidelberg.de.

Dem DFG-Forschungsnetzwerk gehören an: Prof. Dr. Silke van Dyk, Jena; PD Dr. Thorsten Moos, Heidelberg; Dr. Christian Mulia, Mainz; Prof. Dr. Saskia Nagel, Twente; Dr. Larissa Pfaller, Erlangen; Dr. Christoph Rott, Heidelberg, und PD Dr. Magnus Schlette, Heidelberg/Erfurt.