Dr. Juliane Kanitz

Dr. Juliane Kanitz

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Religion, Recht und Kultur

Schmeilweg 5, D-69118 Heidelberg
Telefon: 06221/9122-0; Durchwahl: -29
Fax: 06221/167257
E-Mail: juliane.kanitz@fest-heidelberg.de

Fachrichtung
Europäische Ethnologie, Islamwissenschaften

Arbeitsschwerpunkte
Religionsethnologie, Modetheorie, Migrationstheorie

Forschungsprojekt
Religion in neuen Stadtquartieren

Lebenslauf
2003–2010 Humboldt Universität zu Berlin: Studium Europäische Ethnologie und Geschichte und Gesellschaft Südasiens/Islamwissenschaften
2008–2009 Universität Damaskus: Studium Arabisch und Islamisches Recht, Qualitative Forschung in Damaskus
2011–2014 Humboldt Universität zu Berlin: Promotion, gefördert durch die Konrad-Adenauer-Stiftung. „Das Kopftuch als Visitenkarte. Stil- und Ausdrucksformen transnationaler Musliminnen. Eine qualitative Fallstudie in Berlin“
2015–2015 Botschaft des Libanon: Angestellte für Social Media, Buchhaltung und Übersetzung (arabisch)
2015–2016 Albatros gGmbh Sprachmittlerin in der Geflüchtetenhilfe (arabisch), Sozialarbeiterin
seit 2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FEST im Forschungsprojekt Religion in neuen Stadtquartieren (FRIST)

Vorträge
(2017) „Kopftuch und Raumwahrnehmung“, Workshop „Sozialer Raum der postmigrantischen Gesellschaft“, TU Berlin, 06.04.2017.
(2017) „Hijab als Schönheitspraktik“, 3rd CIERA Workshop an der CEPN, Paris, 16.03.2017
(2016) „Sexualität und Migration. Muslimische Familien in Deutschland“, Fachgespräch in der Familienberatung Balance e.V., Berlin, 06.06.2016.

Familie im Recht

Familie im Recht

Gesellschaftliche Vorstellungen über Familie und die Familienrealität haben sich in den letzten Jahrzehnten fundamental verändert. Das Ideal der Hausfrauenehe, bis zur Eherechtsreform (1976) gesetzlich vorgeschrieben, ist heute zugunsten einer individuellen, zwischen den Ehepartnern selbst verhandelten Rollenverteilung aufgegeben worden. Diese theoretische Entscheidungskompetenz hängt in der Praxis maßgeblich von der gesetzlichen Ausgestaltung im Steuerrecht, Sozialversicherungsrecht und Scheidungsrecht ab, da Familienmodelle erst dann gelebt werden können, wenn sie ökonomisch abgesichert sind. Weitere fundamentale Änderungen des Familienrechts sind durch die rechtlich veränderte Stellung des Kindes bedingt. Während das Kind früher mehr als „Objekt“ zwischen dem Elternrecht und Wächteramt des Staates stand, ist heute das Kindeswohl verfassungsrechtlich als elementarer Bestandteil von Art. 6 GG anerkannt und hat tiefe Spuren im Familienrecht hinterlassen. Schließlich hat sich das Familienrecht durch neue Familienformen verändert und steht gegenwärtig vor der Herausforderung, auf die technischen Möglichkeiten der Fortpflanzungsmedizin zu reagieren (siehe hierzu die Forschungslinie „Ethische und rechtliche Fragen der Fortpflanzungsmedizin“). Die hier aufgeworfenen Problemfelder werden vor allem verfassungsrechtlich und vor dem Hintergrund der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte reflektiert.


Fragestellungen

Der Arbeitsschwerpunkt „Familie in Recht & Gesellschaft“ ist eine Zusammenführung verschiedener Fragestellungen auf verschiedenen Ebenen.

  • Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind Voraussetzung für eine echte Entscheidungsfreiheit familiärer Rollenverteilungen?
  • Wie kann das Kindeswohl als Kerngehalt von Art. 6 GG auch bei gleichberechtigter Erwerbstätigkeit beider Elternteile rechtlich gefördert werden, indem gesicherte Räume für die Sorge entstehen? Welche gesetzlichen Schutzvorschriften sind nötig, welche gesellschaftlichen Umdenkungsprozesse hilfreich?
  • Wie ist auf die zunehmenden Möglichkeiten der Fortpflanzungsmedizin (wie z.B. social freezing oder umfangreiche Pränataldiagnostik bei späten Schwangerschaften) zu reagieren?


Verantwortlich

  • Dr. Katarina Weilert

Arbeitsformen

  • Vorträge
  • Publikationen
  • AEM Arbeitsgruppe


Vorträge

  • Weilert, Evangelische Akademie Baden; Seminar „Öffentliches Familientreffen“ in Karlsruhe, „Ehe und Familie im Recht im Wandel der Zeit“ (19.09.2014)
  • Weilert, Landesversammlung des Evangelischen Arbeitskreises (EAK), Thesen und Moderation der Podiumsdiskussion „Moderne Familienpolitik auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes“ (Diskutanten: Dorothee Bär, MdB; Birgit Kelle; Prof. Dr. Alfred Seiferlein) (24.11.2012)


Publikationen

Weilert, A. Katarina (2014): „Die Bedeutung des Kindeswohls im Rahmen der Rechtfertigung körperlicher Eingriffe“, in: Recht der Jugend und des Bildungswesens. (RdJB) 3/2014, 381-399.

Weilert, A. Katarina (2012): „Das Kindeswohl und die Knochenmarkspende Minderjähriger aus verfassungsrechtlicher Perspektive“, in: Rechtswissenschaft. Zeitschrift für rechtswissenschaftliche Forschung 2012 (3), 292-329.

Weilert, A. Katarina (2010): „Verfassungsrechtliche Überlegungen zur Berechnung des Elterngeldes“, in: Deutsches Verwaltungsblatt 2010, 164-172.


Arbeitsgruppe

Dr. Katarina Weilert ist Mitglied der AEM-Arbeitsgruppe „Ethische Fragen am Lebensanfang“, die sich unter anderem mit dem Thema „social freezing“ befasst.

International Health Governance

International Health Governance

The Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. / Institute for Interdisciplinary Research and the Max Planck Institute for Comparative Public Law and International Law (MPIL) are pleased to announce a research project on International Health Governance (IHG). It will use the International Public Authority (IPA) approach to characterize and explain IHG in the face of ongoing structural changes in public international law.

This IHG perspective purports to recognize the relevant actors involved in the goal of providing an adequate standard of health for persons. While the human right to health still focuses on the home-states to guarantee internationally agreed standards, IHG encompasses the broader picture of States, International Organizations, NGOs, private actors and public-private partnerships, all of them acting within the purview of their legal norms as well as under ethical convictions. The recent West African Ebola crisis provides a relevant example for examining the response of different actors who aid States unable to safeguard their own citizens. What are the responsibilities of IHG actors and how does law coordinate their actions? Does the human right to health include research in health issues as an obligation of States? With the ultimate goal of delivering timely and effective aid, the interplay between regulatory provisions and structural shortcomings and their effect on coordinated aid delivery by various actors requires further scrutiny.

For the initial phase of our research, we selected three sub-areas of IHG:

  1. Responsibilities of IHG actors
  2. Coordination of IHG actors
  3. Publicly-financed research

Please find a long concept paper for our IHG project here.

International Workshop for Researchers, Post-docs, Doctoral Students and International Health Practitioners in general:
Infectious Disease Epidemics Control from an IPA perspective
3 and 4 March 2016 at the MPIL in Heidelberg, Germany
Keynote speaker: Prof. Dr Michael Marx (Managing director evaplan International Health at the University Hospital Heidelberg, Germany)
Call for abstracts (deadline: 30.11.2015)

Programme

Poster

It is possible to join the workshop without a paper. However, it is necessary to register with Ute Koder-Binder, Ass. jur., M.A.: sekreavb@mpil.de;
Phone: +49 6221 482-602 ;Fax: +49 6221 482 288 (early registration is advised as there are limited places)
Project Management:

  • Leonie Vierck (MPIL)
  • Pedro Villarreal, UNAM (Universidad Nacional Autónoma de México / National Autonomous University of Mexico)
  • Dr. iur. A. Katarina Weilert, LL.M. (FEST)

International Health Governance im Völkerrechtsblog

Stellung transnationaler Unternehmen im Völkerrecht

Stellung transnationaler Unternehmen im Völkerrecht

Die Transnationalität von Unternehmen bedeutet eine Herausforderung für nationales und internationales Recht. Um diese mächtigen Akteure rechtlich zu binden, wird ihre völkerrechtliche Stellung kontrovers diskutiert. Das Projekt untersucht, welche Möglichkeiten es gibt, transnationale Unternehmen völkerrechtlich einzubinden.


Fragestellungen

  • Wie wurde und wird auf Ebene der Vereinten Nationen mit den durch Transnationale Unternehmen hervorgerufenen rechtlichen und tatsächlichen Problemen umgegangen?
  • Inwieweit ist die Verantwortlichkeit für die Kontrolle transnationaler Unternehmen auf nationaler Ebene angesiedelt?
  • Wie gestaltet sich der Konflikt zwischen einerseits der dezentralisierten Durchsetzung völkerrechtlicher Vorgaben und darüber hinausgehender nationaler Maßstäbe durch die einzelnen Staaten und andererseits dem völkerrechtlichen Prinzip der Nicht-Einmischung?


Ziel

Weg bereiten für Lösungen, die gewährleisten, dass einerseits transnationale Unternehmen nicht im rechtsfreien Raum schweben, und andererseits Staaten die Rechtsdurchsetzung nicht missbrauchen, um ihre eigenen wirtschaftlichen und Machtinteressen gegen andere Länder auszuspielen.


Verantwortlich

  • Dr. Katarina Weilert


Arbeitsformen

  • Publikationen
  • Vorträge, u.a. „Zähmung der Unzähmbaren? Die Stellung transnationaler Unternehmen im Völkerrecht“, Tagung „Mitgestaltung der (inter-)nationalen Wirtschaftsordnung und -praxis“, März 2012, Paulus-Akademie Zürich


Publikationen

  • Weilert, Katarina A. (2010): Taming the Untamable? Transnational Corporations in United Nations Law and Practice, in: Max Planck Yearbook of United Nations Law, Vol. 14, 445–506, Heidelberg 2010, online unter: http://www.mpil.de/ww/de/pub/forschung/forschung_im_detail/publikationen/institut/mpyunl/volume_14__2010.cfm
  • Weilert, Katarina A. (2009): „Transnationale Unternehmen im rechtsfreien Raum? Geltung und Reichtweite völkerrechtlicher Standards“, in: Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (ZaoRV) 69, 883–917, online unter: http://www.zaoerv.de/69_2009/vol69.cfm
  • Weilert, Katarina A. (2009): „Transnationale Unternehmen zwischen Völkerrecht und soft law“, in: Internationale Gerechtigkeit. Theorie und Praxis, hg. von Hartung, Gerald/ Stephan Schaede, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 207–238.
  • Weilert, Katarina A./Teichert, Volker/Rodenhäuser, Dorothee (2009): „Die Bearbeitung von zivilen Konflikten zwischen transnationalen Unternehmen und ihren Stakeholdern“, in: Friedensgutachten 2009, hg. von Jochen Hippler/Christiane Fröhlich/Margret Johannsen/Bruno Schoch/Andreas Heinemann-Grüder, Münster: LIT, 293–305.

Politikberatung

Politikberatung

Komplexe Lebenssachverhalte, rasanter technischer Fortschritt und die Vielfältigkeit politisch zu bewältigender Themen lassen Politikberatung zu einem wichtigen Element parlamentarischer Demokratie werden. Die Art und Weise sowie die Absichten der politikberatend tätigen Institutionen und Personen sind dabei sehr unterschiedlich, können von technischem Sachverstand, über kommerzielle Dienstleistungen oder im Gegensatz verwaltungsinternen Beratungen bis hin zu an Lobbyismus grenzenden oder partizipatorischen Formen reichen.

Ein Schwerpunkt war die Untersuchung einer sogenannten „Ethischen Politikberatung“, die in vielfältiger Weise über Ziele der Politik zur Problemerkenntnis und Problemlösung auf politischer Ebene beitragen kann. Sie umfasst beides, zum einen eine wissensbasierte Ebene, welche die Erkenntnisse der Wissenschaft fruchtbar macht, zum anderen eine bewertende Ebene, die meist in Abhängigkeit von religiösen, weltanschaulichen und kulturellen Hintergründen formuliert wird.


Fragestellungen

Zur Politikberatung im Allgemeinen

An der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik lässt sich feststellen, dass die Logik des einen Feldes in das andere eindringt: Politik wird wissenschaftlicher, und Wissenschaft politischer. Wie sind diese Prozesse präzise zu beschreiben?

Zur Ethischen Politikberatung

  • Wie, wo und von welchen Wertvorstellungen geprägt findet ethische Politikberatung statt?
  • Wie sollte ethische Politikberatung gestaltet werden?
  • In welchen Politikfeldern ist ethische Politikberatung relevant? (z.B. Bioethik, Gesundheitspolitik, Umweltethik)


Verantwortlich 

  • PD Dr. Thorsten Moos
  • Dr. Katarina Weilert


Kooperationspartner

  • Dr. Stephan Schleissing, Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften (TTN) an der Ludwigs-Maximilian-Universität München
  • Dr. Philipp Hildmann, Hanns-Seidel-Stiftung (HSS), München


Tagungen

  • Tagung „Wissenschaftliche Politikberatung ohne Rat?“, gemeinsam mit dem Institut für Technik, Theologie und Naturwissenschaften, München (Dr. Stefan Schleissing), 3.–4. Juni 2013, Tutzing. (Tagungsbericht: http://www.ttn-institut.de/node/1655).
  • Interdisziplinäre Tagung „Ethische Politikberatung“, 10./11. Dezember 2010, FEST Heidelberg in Kooperation mit der Hanns-Seidel-Stiftung (Tagungsbericht: pdf).


Publikationen

Moos, Thorsten (2012): „Theologische Aspekte der Forschungsfreiheit“, in: Grimm, Herwig (Hg.): Grüne Gentechnik: zwischen Forschungsfreiheit und Anwendungsrisiko, Baden-Baden: Nomos, 41–65.

Weilert, A. Katarina/ Hildmann, Philipp W. (Hg.) (2012): Ethische Politikberatung, Baden-Baden: Nomos.

Weilert, A. Katarina (2012): „Grundlinien einer Ethischen Politikberatung“, in: Weilert, A. Katarina/ Hildmann, Philipp W. (Hg.): Ethische Politikberatung. Baden-Baden: Nomos, 23–44.

Weilert, A. Katarina (2011): „Thesen zu ‚Ethischer Politikberatung‘“, in: Zeitschrift für Politikberatung 2011, 37–39.

Moos, Thorsten (2009): „Der Konflikt um die Grüne Gentechnik in den neuen Bundesländern“, in: Göpfert, Jörg/ Moos, Thorsten (Hg.): Konfliktfelder beackern. Dialog- und Partizipationsverfahren bei fundamentalen Technikkonflikten am Beispiel der Grünen Gentechnik, Münster: LIT 2009, 19–43.


Berichte

Moos, Thorsten (2014): „Wissenschaftliche Politikberatung“, in: FEST-Jahresbericht 2013, 18−19.

Diakonische Kultur

Diakonische Kultur

Die Diakonie ist eines der wichtigsten Handlungsfelder der Kirche. Die Zahl der Beschäftigten wie das Finanzvolumen übersteigen die der verfassten Kirchen bei weitem. Auch von Nichtkirchenmitgliedern wird ihr hohes Vertrauen entgegengebracht. Nun erfährt das organisierte Helfen im Raum der Kirchen starke Veränderungen. Die Entwicklung des Marktes für soziale Dienstleistungen, Prozesse der Konzentration und Standardisierung sowie gesellschaftliche Veränderungen fordern diakonische Träger heraus. Zudem ist es in einer säkularen Gesellschaft nicht selbstverständlich, dass soziale Dienstleistungen auch im Raum der Kirchen organisiert werden. Was macht das „Diakonische“ etwa in einem Krankenhaus der Diakonie aus, und wie verhält sich dieses zur medizinischen und ökonomischen Logik des Krankenhausbetriebs?

 

Fragestellungen

Der differenzierten Wahrnehmung der Rolle von Religion im organisierten Helfen ist die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Diakonische Kultur“ gewidmet, die seit Herbst 2011 an der FEST besteht. Sie prüft im Gespräch zwischen Kulturwissenschaften, Ökonomie, Sozialwissenschaften, Theologie und weiteren Disziplinen den Begriff der diakonischen Kultur auf seine wissenschaftliche Belastbarkeit. Lässt sich die Präsenz des Religiösen im organisierten Helfen mit dem – theoretisch voraussetzungsreichen und problematischen – Begriff der Kultur beschreiben?


Verantwortlich

  • PD Dr. Thorsten Moos


Arbeitsformen

  •  Arbeitsgruppe an der FEST


Publikationen

Heinig, Hans Michael/ Moos, Thorsten (2013): „,Dienstgemeinschaft‘: Ein Begriff auf dem Prüfstand. Einführung in die Thematik“, in: Dienstgemeinschaft: Ein Begriff auf dem Prüfstand. Beiträge zum Fachgespräch der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft und dem Kirchenrechtlichen Institut der EKD, 18./19.1.2013. (epd-Dokumentation Nr. 17), 4–5.

Moos, Thorsten (2013): „Dienstgemeinschaft als theologischer Begriff – Ein Kommentar in acht Thesen“, in: epd-Dokumentation 17, 40–43.

Moos, Thorsten (2013): „Kirche bei Bedarf. Zum Verhältnis von Diakonie und Kirche aus theologischer Sicht“, in: Zeitschrift für evangelisches Kirchenrecht 58, 253-279.


Berichte

Moos, Thorsten (2015): „Diakonische Kultur“, in: FEST-Jahresbericht 2014, 16.
Moos, Thorsten (2014): „Diakonische Kultur“, in: FEST-Jahresbericht 2013, 20–21.
Moos, Thorsten (2013): „Diakonie zwischen Religion, Recht und Kultur“, in: FEST-Newsletter Dezember 2013, 4.
Moos, Thorsten (2011): „Arbeitsgruppe ‚Diakonische Kultur’“, in: FEST-Newsletter Juni 2011, 3.

Zum Begriff der öffentlichen Religion

Zum Begriff der öffentlichen Religion

Religion ist nie nur Privatsache. Sie beansprucht Öffentlichkeit – in sehr vielen verschiedenen Formen und in sehr unterschiedlicher Lautstärke. Die Öffentlichkeitsdimension des Christentums wird in theologischer Perspektive untersucht.


Verantwortlich

  • PD Dr. Thorsten Moos


Arbeitsformen

  • Einzelforschung
  • Tagungen


Tagungen

  • Symposion zu Ehren von Prof. Dr. Klaus Tanner am 17./18. Januar 2014 im HCA (Heidelberg Center for American Studies) in Heidelberg: Protestantismus und politische Kultur.
    Verantwortlicher an der FEST: Dr. Thorsten Moos.
    Link zum Tagungsbericht.
  • Tagung am 5./6. Juli 2013 an der FEST in Heidelberg: Zeitdiagnose. Tagung zum 100. Geburtstag von Georg Picht.
    Verantwortlicher an der FEST: Dr. Silvio Reichelt.
    Link zum Tagungsbericht.

Publikationen

Moos, Thorsten/Hermelink, Jan (Hg.) (2014): Europa, das Religionsrecht und die Kirchen. Praktische Theologie. Zeitschrift für Praxis in Kirche, Gesellschaft und Kultur 49, Heft 2.

Moos, Thorsten (2012): „Religion und Öffentlichkeit. Grundkategorien protestantischer Verhältnisbestimmungen im 19. Jahrhundert“, in: Danz, Christian/Ritter, André (Hg.): Zwischen Kruzifix und Minarett. Religion im Fokus der Öffentlichkeit. Münster: Waxmann, 137–156.

Moos, Thorsten (2005): Staatszweck und Staatsziele in den protestantischen Ethiken des 19. Jahrhunderts, Münster 2005. (erschienen in der Reihe Bochumer Studien zur Geschichte des sozialen Protestantismus Bd. 5)

Moos, Thorsten (2005): Macht, Moral und Moderne. Der Machtbegriff als gesellschaftstheoretische Kategorie in der protestantischen Ethik des 19. Jahrhunderts, in: Institutionelle Macht. Genese – Verstetigung – Verlust, hg. von André Brodocz et al., Köln u.a. 2005, 367–382.


Berichte

Moos, Thorsten (2015): „Protestantismus und Politische Kultur“, in: FEST-Jahresbericht 2014, 17.
Reichelt, Silvio (2014): „Zeitdiagnose. Georg Picht zum 100. Geburtstag“, in: FEST-Jahresbericht 2013, 15.
Reichelt, Silvio (2012): „Ein Beitrag der FEST zur Lutherdekade“, in: FEST-Newsletter Juni 2012, 4.
Reichelt, Silvio (2012): „Zeitdiagnose. Tagung zum 100sten Geburtstag von Georg Picht“, in: FEST-Newsletter Dezember 2012, 3.

Religion in neuen Stadtquartieren

Religion in neuen Stadtquartieren

Seit der Entstehung von Städten nehmen Religionen in ihnen einen wichtigen Raum ein. Auch heute beeinflussen Religionsgemeinschaften das Leben der Stadtbewohner – wie umgekehrt das städtische Leben vielfältig religionsproduktiv wirkt. Religiöses Leben in der Stadt wandelt sich permanent. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn ein neuer Stadtteil entsteht und Religionen in ihm Raum greifen. In der Wechselwirkung zwischen Räumen, Akteuren und Institutionen, in Engagement, Planung und Zufällen entsteht eine neue religiöse Landschaft. Dieser Prozess soll in der hier projektierten Studie empirisch und praxisorientiert untersucht werden. Hierfür werden Methoden der Religionsethnologie im Verbund mit anderen Instrumenten qualitativer Sozialforschung eingesetzt, um eine dichte Beschreibung religiöser Wirklichkeit zu gewährleisten. Dabei gilt es, zunächst die jeweils eigene, in dieser Stadt und diesem Quartier spezifische Situation eingehend zu beschreiben und anschließend Vergleiche zu ziehen. Um diese Vergleiche ergiebig zu machen, finden Stadtquartiere mit ganz unterschiedlichen lokalen Spezifika und in unterschiedlichen Entwicklungsständen Berücksichtigung.


Fragestellungen

  • Wie schaffen Religionen in der Stadt identifizierbare Orte?
  • Wie prägen sie den städtischen Raum und gestalten das sie umgebende entstehende Viertel mit?
  • Wie wirkt der Stadtraum umgekehrt auf religiöse Orte zurück?


Ziele 

  • Empirische Beschreibung und Analyse der Wechselbeziehung zwischen städtischem Umfeld und religiösen Gemeinschaften
  • Entwicklung von Handlungsempfehlungen für kirchliche Akteure


Verantwortlich

  • PD Dr. Thorsten Moos, FEST
  • Dr. Christopher Zarnow, Kirchenkreis Berlin-Schöneberg
  • Dr. Julia Thiesbonenkamp-Maag, FEST


Kooperationspartner

  • Arbeitsstelle „Theologie der Stadt“
  • Evangelische Landeskirche Baden


Arbeitsformen

  •  Feldforschung
  •  Durchführung von Workshops mit Expertinnen und Experten
  •  Erstellung von Handlungsempfehlungen


Publikationen

In Planung


Berichte

Thiesbonenkamp-Maag, Julia (2015): „Religion in neuen Stadtquartieren – eine vergleichende empirische Studie“, in: FEST-Newsletter Juli 2015, 4.

Querschnittsschwerpunkt: Glaubens- und Gewissensfreiheit

Querschnittsschwerpunkt: Glaubens- und Gewissensfreiheit (Art 4 GG, Art. 9 EMRK)

Die Glaubens- und Gewissensfreiheit findet als Querschnittsmaterie Beachtung in verschiedenen Lebenszusammenhängen.


Fragestellungen

Im Schulrecht, wo es um das Staat-Kirche-Verhältnis (Kruzifix im Klassenzimmer) oder die individuelle Glaubensfreiheit von Lehrerinnen (Kopftuch) und Schüler/Schülerinnen (Schwimmunterricht; religiöse Praktiken) geht, ist Art. 4 GG das Scharnier für sehr verschiedene Problemzusammenhänge. Fragen im Zusammenhang der kulturellen und religiösen Identität, Herausforderungen der Wertevermittlung in einem säkularen Staat, die Organisation des Schullebens multikultureller Klassen und der Schutz individueller Glaubensfreiheit sind eine beständige Herausforderung, die, wie die changierende Rechtsprechung etwa zur Kopftuchproblematik zeigt, immer wieder neu verhandelt werden.

Die Gewissensfreiheit entfaltet gerade dann juristische Relevanz, wenn jemand unter Berufung auf sie mit geltenden Normen in Konflikt gerät. Im Medizinrecht gibt es vielfältige Bereiche, in denen eine „Gewissensfreiheit“ eingefordert wird. Teilweise ist die Gewissensfreiheit über ihre Verbürgung in Art. 4 GG hinaus auch einfachgesetzlich normiert (vgl. § 12 SchwKG; § 10 ESchG). Im aktuellen Problemfeld der Sterbehilfe wurde die Forderung nach einem Gewissensspielraum in Gerichtsentscheidungen gewürdigt und im Rahmen der Gesetzesentwürfe zum assistierten Suizid wurde sie als Motivation für eine neue Regelung angeführt bzw. als ärztliches Weigerungsrecht (bei dem Vorschlag einer expliziten Erlaubnis einer Suizidbeihilfe) formuliert. Hier ist zu unterscheiden zwischen einem verfassungsrechtlich verbürgten Recht auf Gewissensfreiheit nach Art. 4 GG und einem nicht notwendigerweise deckungsgleichen Spielraum für Entscheidungen anhand eigener moralischer Maßstäbe.


Ziel
Als Querschnittsmaterie findet die Glaubens- und Gewissensfreiheit in verschiedenen im Arbeitsbereich behandelten Sachzusammenhängen (öffentliche Religion; Sterbehilfe; Fortpflanzungsmedizin) besondere Beachtung. Dabei soll der rechtliche Schutzumfang nach Art. 4 GG und Art. 9 EMRK im Rahmen aktueller Debatten und spezifischer Problemfelder geklärt werden und auf diese Weise ein Beitrag zu einer Fortentwicklung des Verständnisses dieser individuellen Freiheiten als unverzichtbaren Identitätsschutzes im Rahmen einer heterogenen und zugleich auf gemeinsame Grundverständigungen angewiesenen Gesellschaft geleistet werden.


Verantwortlich

  • Dr. Katarina Weilert


Tagungen

  • Tagung am 7. September 2015 in Berlin-Mitte (Französische Friedrichstadtkirche) zum Thema: Zwischen Gesetz und Gewissen. Folgen des assistierten Suizids für die ärztliche Rolle und die Gesellschaft.
    Kooperation zwischen der FEST (Dr. Katarina Weilert) und der Evangelischen Akademie Berlin (Simone Ehm).
    Link zum Tagungsflyer.
  • Tagung am 12. Juni 2015 in Heidelberg (HCA) zum Thema: „Menschenwürdig Sterben“ ‒ Theologische, philosophische und juristische Perspektiven im Gespräch Kooperation zwischen der FEST (Dr. Katarina Weilert) und dem Ökumenischen Institut der Universität Heidelberg (Prof. Friederike Nüssel). Die Tagung ist dokumentiert in epd, Dokumentation Nr. 38 vom 15. September 2015.


Publikationen

(zur Glaubensfreiheit) Weilert, A. Katarina (2012): „Kruzifix und Kopftuch in der Schule im Spiegel der Rechtsprechung. Das deutsche Recht und der nationale Spielraum in Europa“, in: Danz, Christian/ Ritter André (Hg.): Zwischen Kruzifix und Minarett. Religion im Fokus der Öffentlichkeit. Münster: Waxmann, 95-112.

(zur Gewissensfreiheit) Weilert, A. Katarina (2015): „Ä̈rztlich assistierter Suizid in Deutschland de lege lata und de lege ferenda“, in: Zeitschrift für medizinische Ethik, 61 (3), Ostfildern bei Stuttgart, 242-256.

Gewissen AG

Gewissen AG (abgeschlossen)

Arbeitsgruppe „Das Gewissen – Interdisziplinäre Forschungen zu einem gesellschaftlich zentralen anthropologischen Phänomen“
Das Gewissen ist eine elementare Reformkraft im Leben des Menschen. Was aber hat es mit dem Phänomen auf sich? Wie muss man es beschreiben, wie kann man mit ihm rechnen, wie kann es angemessen geweckt, gepflegt, geschützt, aber ggf. auch entlastet werden? Ein Zentralbegriff insbesondere der protestantischen Theologie wird damit zum Gegenstand des interdizpiplinären Gesprächs.
Fragestellungen

  • Was verstehen unterschiedliche Disziplinen derzeit unter „Gewissen“?
  • Was wurde in der Geschichte der jeweiligen Disziplin unter „Gewissen“ verstanden? Inwiefern ist das für heute relevant?
  • Welche zentralen Probleme sind in den jeweiligen Disziplinen zu nennen?
  • Welche Erklärungserwartungen richtet eine Disziplin an die anderen beteiligten Disziplinen?

Ziel
Das Projekt dient dazu, ein anthropologisches Phänomen, das für das Funktionieren von Gesellschaft zentral ist, besser zu verstehen.
Mitglieder

  • Theologie
    • Thorsten Moos (Wittenberg/ Heidelberg)
    • Stephan Schaede (Heidelberg)
    • Notger Slenczka (Berlin)
  • Philosophie
    • Gunnar Hindrichs (Heidelberg/Philadelphia)
    • Gerald Hartung (Heidelberg)
    • Dirk Solies (Mainz)
  • Neurologie/ Neurowissenschaften
    • Gerald Hüther (Göttingen)
    • Friedhelm Lamprecht (Heidelberg)
    • Kai Vogeley (Köln)
    • Jens Clausen (Tübingen)
  • Sozialwissenschaften
    • Andreas Feige (Braunschweig)
  • Rechtswissenschaft
    • Wolfgang Bock (Frankfurt)
    • Horst Dreier (Würzburg)
    • Ralf Kölbel (Bielefeld)
    • Eberhard Schmidt-Aßmann (Heidelberg)
    • Katarina Weilert (Heidelberg)
  • Psychologie
    • Denis Köhler (Heidelberg)
  • Wissenschaftstheorie
    • Ion-Olimpiu Stamatescu (Heidelberg)
    • Ulrich Ratsch (Heidelberg)

Arbeitsformen

  • Arbeitsgruppensitzungen
  • Konsultationen
  • Publikation

Publikationen

  • Schaede, Stephan/ Thorsten Moos (Hg.): Das Gewissen, Reihe „Religion und Aufklärung“, Bd. 24, Tübingen: Mohr Siebeck.