Comprehensive Worldviews

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AG Comprehensive Worldviews

Unter dem Titel „Comprehensive Worldviews“ soll in der Arbeitsgruppe untersucht werden, wie „social imaginaries“ (Ch. Taylor) der Beziehung zum Ganzen aus der Artikulation qualitativer Erfahrungen entstehen, auf diese zurückwirken und in vielfältiger Weise mit den epistemischen Weltbeziehungen der Wissenschaften interagieren.  Die Hoffnung ist, mit „Comprehensive Worldviews“ einen Vermittlungsbegriff zu finden, der es erlaubt, die Beziehungen zwischen gewöhnlicher und wissenschaftlicher Erfahrung sowie die Pluralität wie Unvermeidlichkeit von Artikulationen eines Totalitätsbezugs besser zu verstehen.

Dabei wird davon ausgegangen, dass Menschen verkörperte Symbolverwender sind und als solche nicht allein in der Lage, sich auf konkrete Situationen einen Reim zu machen. Sie können auch nicht umhin, ihr Weltverhältnis im Ganzen mehr oder minder explizit zu fassen. Die qualitative Dimension der Umweltbeziehung spielt dabei eine zentrale Rolle, wie sich an den sog. „existential feelings“ (M. Ratcliffe) zeigen lässt, in denen Menschen die Art ihres Weltbezugs im Ganzen spürbar wird. Was erkenntniskritisch ein Ding der Unmöglichkeit darstellt –  das Ganze in Anschauung und Begriff zu erfassen  – ist als gelebtes und zumindest partiell artikuliertes Wirklichkeits­verhältnis dennoch unausweichlich.  Die anthropologische Grundfrage, die sich hier stellt, hat Thomas Nagel so formuliert: „Wie lässt sich in das eigene individuelle Leben die vollständige Anerken­nung der eigenen Beziehung zum Universum im Ganzen einbrin­gen?“ Es sind jedoch weniger individuelle als sozio-kulturelle Ausdrucksformen, mittels derer eine Antwort auf diese Frage gesucht wird: Religionen und Weltanschauungen, in denen die Komponenten eines kognitiven Weltbilds, einer Orientierung des Willens und einer emotional getönten Bewertung integriert sind.

Organisation:

Prof. Dr. Matthias Jung

PD Dr. Magnus Schlette

 

Teilnehmer:

Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs (Psychiatrie/Philosophie, U Heidelberg)

  • Phänomenologische Psychologie, Psychopathologie und Anthropologie
  • Phänomenologie und kognitive Neurowissenschaften
  • Theorie und Ethik der Psychiatrie und Medizin

Prof. Dr. Gesa Lindemann (Soziologie, U Oldenburg)

Prof. Dr. Olaf Müller (Philosophie, HU Berlin)

  • Metaphysik
  • Erkenntnistheorie
  • Sprachphilosophie,
  • Metaethik
  • Theorie des Pazifismus
  • Wissenschaftsphilosophie

Prof. Dr. Hans Julius Schneider (Philosophie, U Potsdam)

PD Dr. Donata Schöller (Philosophie, U Koblenz)

Prof. Dr. Christoph Seibert (Ev. Theologie, U Hamburg)

  • Grundlagenfragen der Individual- und Sozialethik.
  • Forschung zur politischen Ethik.
  • Forschung zur Philosophie und Religionstheorie des Pragmatismus.
  • Studien zur Anthropologie.
  • Studien zur Theologie und Philosophie der Neuzeit

Dr. Stephan Steiner (Philosophie, Kath. Akademie Berlin)

Prof. Dr. Holm Tetens (Philosophie, FU Berlin)

  • Wissenschaftstheorie
  • Logik
  • Argumentationstheorie
  • Philosophie des Geistes
  • Metaphysik
  • Religionsphilosophie
  • Existenzphilosophie

Prof. Dr. Thomas Wabel (Ev. Theologie, U Bamberg)

  • Evangelische Theologie, Schwerpunkt Systematische Theologie und theologische Gegenwartsfragen
  • Schmerz aus theologischer Perspektive

Prof. Dr. Saskia Wendel (Kath. Theologie, U Köln)

  • Religiosität und Religion in der späten Moderne
  • Begründungsproblematik des christlichen Glaubens
  • philosophische/theologische Gotteslehre
  • philosophische/theologische Anthropologie
  • Christliche Mystik und Moderne
  • „Gender“ und Religion