TNW-Strukturwandel des Alterns

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Strukturwandel des Alterns

„Altern“ ist ein dichtes Konzept, indem Deskriptives und Normatives, Somatisches und Soziales, Diskursives und Institutionalisiertes auf das Engste ineinander greifen. Das Altern ist gleichermaßen Gegenstand von Hoffnungen, Ängsten und Wünschen wie von politischen Regulierungen und sozialen Vorgaben, die sich in imperativen Zielformulierungen für Alternde niederschlagen. „Bleib gesund!“ – „Steigere dich!“ – „Bring dich ein!“ – „Werde du selbst!“: Ohne dass sie immer formuliert werden müssen, stellen solche Imperative eine geläufige, selten problematisierte Hintergrundplausibilitäten  des Alterns dar; sie prägen gesellschaftliche Diskurse, Selbstwahrnehmungen und Alltagspraktiken und sie materialisieren  sich in Prämissen der Sozial-, Gesundheits- und Demographie-Politik. Altern ist sowohl eine existentielle, hochgradig diverse Herasuforderung für jede einzelne Person als auch eine gesellschaftliche Aufgabe, die kaum reicher an Kontroversen sein könnte. Wie in einem Brennglas deckt die Thematisierung des Alterns die Ambivalenzen und Grenzen auf, innerhalb derer die spätmoderne Gesellschaft die Maße des Menschlichen verhandelt.

 

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