Politikberatung

Politikberatung

Komplexe Lebenssachverhalte, rasanter technischer Fortschritt und die Vielfältigkeit politisch zu bewältigender Themen lassen Politikberatung zu einem wichtigen Element parlamentarischer Demokratie werden. Die Art und Weise sowie die Absichten der politikberatend tätigen Institutionen und Personen sind dabei sehr unterschiedlich, können von technischem Sachverstand, über kommerzielle Dienstleistungen oder im Gegensatz verwaltungsinternen Beratungen bis hin zu an Lobbyismus grenzenden oder partizipatorischen Formen reichen.

Ein Schwerpunkt war die Untersuchung einer sogenannten „Ethischen Politikberatung“, die in vielfältiger Weise über Ziele der Politik zur Problemerkenntnis und Problemlösung auf politischer Ebene beitragen kann. Sie umfasst beides, zum einen eine wissensbasierte Ebene, welche die Erkenntnisse der Wissenschaft fruchtbar macht, zum anderen eine bewertende Ebene, die meist in Abhängigkeit von religiösen, weltanschaulichen und kulturellen Hintergründen formuliert wird.


Fragestellungen

Zur Politikberatung im Allgemeinen

An der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik lässt sich feststellen, dass die Logik des einen Feldes in das andere eindringt: Politik wird wissenschaftlicher, und Wissenschaft politischer. Wie sind diese Prozesse präzise zu beschreiben?

Zur Ethischen Politikberatung

  • Wie, wo und von welchen Wertvorstellungen geprägt findet ethische Politikberatung statt?
  • Wie sollte ethische Politikberatung gestaltet werden?
  • In welchen Politikfeldern ist ethische Politikberatung relevant? (z.B. Bioethik, Gesundheitspolitik, Umweltethik)


Verantwortlich 

  • PD Dr. Thorsten Moos
  • Dr. Katarina Weilert


Kooperationspartner

  • Dr. Stephan Schleissing, Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften (TTN) an der Ludwigs-Maximilian-Universität München
  • Dr. Philipp Hildmann, Hanns-Seidel-Stiftung (HSS), München


Tagungen

  • Tagung „Wissenschaftliche Politikberatung ohne Rat?“, gemeinsam mit dem Institut für Technik, Theologie und Naturwissenschaften, München (Dr. Stefan Schleissing), 3.–4. Juni 2013, Tutzing. (Tagungsbericht: http://www.ttn-institut.de/node/1655).
  • Interdisziplinäre Tagung „Ethische Politikberatung“, 10./11. Dezember 2010, FEST Heidelberg in Kooperation mit der Hanns-Seidel-Stiftung (Tagungsbericht: pdf).


Publikationen

Moos, Thorsten (2012): „Theologische Aspekte der Forschungsfreiheit“, in: Grimm, Herwig (Hg.): Grüne Gentechnik: zwischen Forschungsfreiheit und Anwendungsrisiko, Baden-Baden: Nomos, 41–65.

Weilert, A. Katarina/ Hildmann, Philipp W. (Hg.) (2012): Ethische Politikberatung, Baden-Baden: Nomos.

Weilert, A. Katarina (2012): „Grundlinien einer Ethischen Politikberatung“, in: Weilert, A. Katarina/ Hildmann, Philipp W. (Hg.): Ethische Politikberatung. Baden-Baden: Nomos, 23–44.

Weilert, A. Katarina (2011): „Thesen zu ‚Ethischer Politikberatung‘“, in: Zeitschrift für Politikberatung 2011, 37–39.

Moos, Thorsten (2009): „Der Konflikt um die Grüne Gentechnik in den neuen Bundesländern“, in: Göpfert, Jörg/ Moos, Thorsten (Hg.): Konfliktfelder beackern. Dialog- und Partizipationsverfahren bei fundamentalen Technikkonflikten am Beispiel der Grünen Gentechnik, Münster: LIT 2009, 19–43.


Berichte

Moos, Thorsten (2014): „Wissenschaftliche Politikberatung“, in: FEST-Jahresbericht 2013, 18−19.

Diakonische Kultur

Diakonische Kultur

Die Diakonie ist eines der wichtigsten Handlungsfelder der Kirche. Die Zahl der Beschäftigten wie das Finanzvolumen übersteigen die der verfassten Kirchen bei weitem. Auch von Nichtkirchenmitgliedern wird ihr hohes Vertrauen entgegengebracht. Nun erfährt das organisierte Helfen im Raum der Kirchen starke Veränderungen. Die Entwicklung des Marktes für soziale Dienstleistungen, Prozesse der Konzentration und Standardisierung sowie gesellschaftliche Veränderungen fordern diakonische Träger heraus. Zudem ist es in einer säkularen Gesellschaft nicht selbstverständlich, dass soziale Dienstleistungen auch im Raum der Kirchen organisiert werden. Was macht das „Diakonische“ etwa in einem Krankenhaus der Diakonie aus, und wie verhält sich dieses zur medizinischen und ökonomischen Logik des Krankenhausbetriebs?

 

Fragestellungen

Der differenzierten Wahrnehmung der Rolle von Religion im organisierten Helfen ist die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Diakonische Kultur“ gewidmet, die seit Herbst 2011 an der FEST besteht. Sie prüft im Gespräch zwischen Kulturwissenschaften, Ökonomie, Sozialwissenschaften, Theologie und weiteren Disziplinen den Begriff der diakonischen Kultur auf seine wissenschaftliche Belastbarkeit. Lässt sich die Präsenz des Religiösen im organisierten Helfen mit dem – theoretisch voraussetzungsreichen und problematischen – Begriff der Kultur beschreiben?


Verantwortlich

  • PD Dr. Thorsten Moos


Arbeitsformen

  •  Arbeitsgruppe an der FEST


Publikationen

Heinig, Hans Michael/ Moos, Thorsten (2013): „,Dienstgemeinschaft‘: Ein Begriff auf dem Prüfstand. Einführung in die Thematik“, in: Dienstgemeinschaft: Ein Begriff auf dem Prüfstand. Beiträge zum Fachgespräch der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft und dem Kirchenrechtlichen Institut der EKD, 18./19.1.2013. (epd-Dokumentation Nr. 17), 4–5.

Moos, Thorsten (2013): „Dienstgemeinschaft als theologischer Begriff – Ein Kommentar in acht Thesen“, in: epd-Dokumentation 17, 40–43.

Moos, Thorsten (2013): „Kirche bei Bedarf. Zum Verhältnis von Diakonie und Kirche aus theologischer Sicht“, in: Zeitschrift für evangelisches Kirchenrecht 58, 253-279.


Berichte

Moos, Thorsten (2015): „Diakonische Kultur“, in: FEST-Jahresbericht 2014, 16.
Moos, Thorsten (2014): „Diakonische Kultur“, in: FEST-Jahresbericht 2013, 20–21.
Moos, Thorsten (2013): „Diakonie zwischen Religion, Recht und Kultur“, in: FEST-Newsletter Dezember 2013, 4.
Moos, Thorsten (2011): „Arbeitsgruppe ‚Diakonische Kultur’“, in: FEST-Newsletter Juni 2011, 3.

Zum Begriff der öffentlichen Religion

Zum Begriff der öffentlichen Religion

Religion ist nie nur Privatsache. Sie beansprucht Öffentlichkeit – in sehr vielen verschiedenen Formen und in sehr unterschiedlicher Lautstärke. Die Öffentlichkeitsdimension des Christentums wird in theologischer Perspektive untersucht.


Verantwortlich

  • PD Dr. Thorsten Moos


Arbeitsformen

  • Einzelforschung
  • Tagungen


Tagungen

  • Symposion zu Ehren von Prof. Dr. Klaus Tanner am 17./18. Januar 2014 im HCA (Heidelberg Center for American Studies) in Heidelberg: Protestantismus und politische Kultur.
    Verantwortlicher an der FEST: Dr. Thorsten Moos.
    Link zum Tagungsbericht.
  • Tagung am 5./6. Juli 2013 an der FEST in Heidelberg: Zeitdiagnose. Tagung zum 100. Geburtstag von Georg Picht.
    Verantwortlicher an der FEST: Dr. Silvio Reichelt.
    Link zum Tagungsbericht.

Publikationen

Moos, Thorsten/Hermelink, Jan (Hg.) (2014): Europa, das Religionsrecht und die Kirchen. Praktische Theologie. Zeitschrift für Praxis in Kirche, Gesellschaft und Kultur 49, Heft 2.

Moos, Thorsten (2012): „Religion und Öffentlichkeit. Grundkategorien protestantischer Verhältnisbestimmungen im 19. Jahrhundert“, in: Danz, Christian/Ritter, André (Hg.): Zwischen Kruzifix und Minarett. Religion im Fokus der Öffentlichkeit. Münster: Waxmann, 137–156.

Moos, Thorsten (2005): Staatszweck und Staatsziele in den protestantischen Ethiken des 19. Jahrhunderts, Münster 2005. (erschienen in der Reihe Bochumer Studien zur Geschichte des sozialen Protestantismus Bd. 5)

Moos, Thorsten (2005): Macht, Moral und Moderne. Der Machtbegriff als gesellschaftstheoretische Kategorie in der protestantischen Ethik des 19. Jahrhunderts, in: Institutionelle Macht. Genese – Verstetigung – Verlust, hg. von André Brodocz et al., Köln u.a. 2005, 367–382.


Berichte

Moos, Thorsten (2015): „Protestantismus und Politische Kultur“, in: FEST-Jahresbericht 2014, 17.
Reichelt, Silvio (2014): „Zeitdiagnose. Georg Picht zum 100. Geburtstag“, in: FEST-Jahresbericht 2013, 15.
Reichelt, Silvio (2012): „Ein Beitrag der FEST zur Lutherdekade“, in: FEST-Newsletter Juni 2012, 4.
Reichelt, Silvio (2012): „Zeitdiagnose. Tagung zum 100sten Geburtstag von Georg Picht“, in: FEST-Newsletter Dezember 2012, 3.

Religion in neuen Stadtquartieren

Religion in neuen Stadtquartieren

Seit der Entstehung von Städten nehmen Religionen in ihnen einen wichtigen Raum ein. Auch heute beeinflussen Religionsgemeinschaften das Leben der Stadtbewohner – wie umgekehrt das städtische Leben vielfältig religionsproduktiv wirkt. Religiöses Leben in der Stadt wandelt sich permanent. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn ein neuer Stadtteil entsteht und Religionen in ihm Raum greifen. In der Wechselwirkung zwischen Räumen, Akteuren und Institutionen, in Engagement, Planung und Zufällen entsteht eine neue religiöse Landschaft. Dieser Prozess soll in der hier projektierten Studie empirisch und praxisorientiert untersucht werden. Hierfür werden Methoden der Religionsethnologie im Verbund mit anderen Instrumenten qualitativer Sozialforschung eingesetzt, um eine dichte Beschreibung religiöser Wirklichkeit zu gewährleisten. Dabei gilt es, zunächst die jeweils eigene, in dieser Stadt und diesem Quartier spezifische Situation eingehend zu beschreiben und anschließend Vergleiche zu ziehen. Um diese Vergleiche ergiebig zu machen, finden Stadtquartiere mit ganz unterschiedlichen lokalen Spezifika und in unterschiedlichen Entwicklungsständen Berücksichtigung.


Fragestellungen

  • Wie schaffen Religionen in der Stadt identifizierbare Orte?
  • Wie prägen sie den städtischen Raum und gestalten das sie umgebende entstehende Viertel mit?
  • Wie wirkt der Stadtraum umgekehrt auf religiöse Orte zurück?


Ziele 

  • Empirische Beschreibung und Analyse der Wechselbeziehung zwischen städtischem Umfeld und religiösen Gemeinschaften
  • Entwicklung von Handlungsempfehlungen für kirchliche Akteure


Verantwortlich

  • PD Dr. Thorsten Moos, FEST
  • Dr. Christopher Zarnow, Kirchenkreis Berlin-Schöneberg
  • Dr. Julia Thiesbonenkamp-Maag, FEST


Kooperationspartner

  • Arbeitsstelle „Theologie der Stadt“
  • Evangelische Landeskirche Baden


Arbeitsformen

  •  Feldforschung
  •  Durchführung von Workshops mit Expertinnen und Experten
  •  Erstellung von Handlungsempfehlungen


Publikationen

In Planung


Berichte

Thiesbonenkamp-Maag, Julia (2015): „Religion in neuen Stadtquartieren – eine vergleichende empirische Studie“, in: FEST-Newsletter Juli 2015, 4.

Querschnittsschwerpunkt: Glaubens- und Gewissensfreiheit

Querschnittsschwerpunkt: Glaubens- und Gewissensfreiheit (Art 4 GG, Art. 9 EMRK)

Die Glaubens- und Gewissensfreiheit findet als Querschnittsmaterie Beachtung in verschiedenen Lebenszusammenhängen.


Fragestellungen

Im Schulrecht, wo es um das Staat-Kirche-Verhältnis (Kruzifix im Klassenzimmer) oder die individuelle Glaubensfreiheit von Lehrerinnen (Kopftuch) und Schüler/Schülerinnen (Schwimmunterricht; religiöse Praktiken) geht, ist Art. 4 GG das Scharnier für sehr verschiedene Problemzusammenhänge. Fragen im Zusammenhang der kulturellen und religiösen Identität, Herausforderungen der Wertevermittlung in einem säkularen Staat, die Organisation des Schullebens multikultureller Klassen und der Schutz individueller Glaubensfreiheit sind eine beständige Herausforderung, die, wie die changierende Rechtsprechung etwa zur Kopftuchproblematik zeigt, immer wieder neu verhandelt werden.

Die Gewissensfreiheit entfaltet gerade dann juristische Relevanz, wenn jemand unter Berufung auf sie mit geltenden Normen in Konflikt gerät. Im Medizinrecht gibt es vielfältige Bereiche, in denen eine „Gewissensfreiheit“ eingefordert wird. Teilweise ist die Gewissensfreiheit über ihre Verbürgung in Art. 4 GG hinaus auch einfachgesetzlich normiert (vgl. § 12 SchwKG; § 10 ESchG). Im aktuellen Problemfeld der Sterbehilfe wurde die Forderung nach einem Gewissensspielraum in Gerichtsentscheidungen gewürdigt und im Rahmen der Gesetzesentwürfe zum assistierten Suizid wurde sie als Motivation für eine neue Regelung angeführt bzw. als ärztliches Weigerungsrecht (bei dem Vorschlag einer expliziten Erlaubnis einer Suizidbeihilfe) formuliert. Hier ist zu unterscheiden zwischen einem verfassungsrechtlich verbürgten Recht auf Gewissensfreiheit nach Art. 4 GG und einem nicht notwendigerweise deckungsgleichen Spielraum für Entscheidungen anhand eigener moralischer Maßstäbe.


Ziel
Als Querschnittsmaterie findet die Glaubens- und Gewissensfreiheit in verschiedenen im Arbeitsbereich behandelten Sachzusammenhängen (öffentliche Religion; Sterbehilfe; Fortpflanzungsmedizin) besondere Beachtung. Dabei soll der rechtliche Schutzumfang nach Art. 4 GG und Art. 9 EMRK im Rahmen aktueller Debatten und spezifischer Problemfelder geklärt werden und auf diese Weise ein Beitrag zu einer Fortentwicklung des Verständnisses dieser individuellen Freiheiten als unverzichtbaren Identitätsschutzes im Rahmen einer heterogenen und zugleich auf gemeinsame Grundverständigungen angewiesenen Gesellschaft geleistet werden.


Verantwortlich

  • Dr. Katarina Weilert


Tagungen

  • Tagung am 7. September 2015 in Berlin-Mitte (Französische Friedrichstadtkirche) zum Thema: Zwischen Gesetz und Gewissen. Folgen des assistierten Suizids für die ärztliche Rolle und die Gesellschaft.
    Kooperation zwischen der FEST (Dr. Katarina Weilert) und der Evangelischen Akademie Berlin (Simone Ehm).
    Link zum Tagungsflyer.
  • Tagung am 12. Juni 2015 in Heidelberg (HCA) zum Thema: „Menschenwürdig Sterben“ ‒ Theologische, philosophische und juristische Perspektiven im Gespräch Kooperation zwischen der FEST (Dr. Katarina Weilert) und dem Ökumenischen Institut der Universität Heidelberg (Prof. Friederike Nüssel). Die Tagung ist dokumentiert in epd, Dokumentation Nr. 38 vom 15. September 2015.


Publikationen

(zur Glaubensfreiheit) Weilert, A. Katarina (2012): „Kruzifix und Kopftuch in der Schule im Spiegel der Rechtsprechung. Das deutsche Recht und der nationale Spielraum in Europa“, in: Danz, Christian/ Ritter André (Hg.): Zwischen Kruzifix und Minarett. Religion im Fokus der Öffentlichkeit. Münster: Waxmann, 95-112.

(zur Gewissensfreiheit) Weilert, A. Katarina (2015): „Ä̈rztlich assistierter Suizid in Deutschland de lege lata und de lege ferenda“, in: Zeitschrift für medizinische Ethik, 61 (3), Ostfildern bei Stuttgart, 242-256.

Gewissen AG

Gewissen AG (abgeschlossen)

Arbeitsgruppe „Das Gewissen – Interdisziplinäre Forschungen zu einem gesellschaftlich zentralen anthropologischen Phänomen“
Das Gewissen ist eine elementare Reformkraft im Leben des Menschen. Was aber hat es mit dem Phänomen auf sich? Wie muss man es beschreiben, wie kann man mit ihm rechnen, wie kann es angemessen geweckt, gepflegt, geschützt, aber ggf. auch entlastet werden? Ein Zentralbegriff insbesondere der protestantischen Theologie wird damit zum Gegenstand des interdizpiplinären Gesprächs.
Fragestellungen

  • Was verstehen unterschiedliche Disziplinen derzeit unter „Gewissen“?
  • Was wurde in der Geschichte der jeweiligen Disziplin unter „Gewissen“ verstanden? Inwiefern ist das für heute relevant?
  • Welche zentralen Probleme sind in den jeweiligen Disziplinen zu nennen?
  • Welche Erklärungserwartungen richtet eine Disziplin an die anderen beteiligten Disziplinen?

Ziel
Das Projekt dient dazu, ein anthropologisches Phänomen, das für das Funktionieren von Gesellschaft zentral ist, besser zu verstehen.
Mitglieder

  • Theologie
    • Thorsten Moos (Wittenberg/ Heidelberg)
    • Stephan Schaede (Heidelberg)
    • Notger Slenczka (Berlin)
  • Philosophie
    • Gunnar Hindrichs (Heidelberg/Philadelphia)
    • Gerald Hartung (Heidelberg)
    • Dirk Solies (Mainz)
  • Neurologie/ Neurowissenschaften
    • Gerald Hüther (Göttingen)
    • Friedhelm Lamprecht (Heidelberg)
    • Kai Vogeley (Köln)
    • Jens Clausen (Tübingen)
  • Sozialwissenschaften
    • Andreas Feige (Braunschweig)
  • Rechtswissenschaft
    • Wolfgang Bock (Frankfurt)
    • Horst Dreier (Würzburg)
    • Ralf Kölbel (Bielefeld)
    • Eberhard Schmidt-Aßmann (Heidelberg)
    • Katarina Weilert (Heidelberg)
  • Psychologie
    • Denis Köhler (Heidelberg)
  • Wissenschaftstheorie
    • Ion-Olimpiu Stamatescu (Heidelberg)
    • Ulrich Ratsch (Heidelberg)

Arbeitsformen

  • Arbeitsgruppensitzungen
  • Konsultationen
  • Publikation

Publikationen

  • Schaede, Stephan/ Thorsten Moos (Hg.): Das Gewissen, Reihe „Religion und Aufklärung“, Bd. 24, Tübingen: Mohr Siebeck.

Vom Umgang mit Schuld

Vom Umgang mit Schuld

Schuld ist als empirisch allgemeiner Begleiter der Freiheit ein menschliches Grundphänomen. Freiheit kann angesichts dessen nur bestehen bleiben, wenn es gelingt, mit Schuld erfolgreich umzugehen: zu erinnern, „aufzuarbeiten“, Wiedergutmachung zu leisten, zu entschuldigen, zu verzeihen, zu vergeben. Interdiszipinäre Fachgespräche gehen den verschiedenen Umgangsweisen mit Schuld im persönlichen und öffentlichen Bereich nach.


Fragestellungen

  • Wie werden die Themen Schuld und Vergebung in verschiedenen Disziplinen behandelt?
  • Was ist daraus für den Umgang mit Schuld zu lernen – sowohl im persönlichen als auch im öffentlichen Bereich?
  • Gibt es so etwas wie Vergebung von Schuld, privat und öffentlich?
  • Wie ist sie vorzustellen, wo hat sie ihre Grenzen und was sind ihre Voraussetzungen?
  • Wie verhalten sich die verschiedenen Modi des Umgangs mit Schuld zueinander – was etwa ist das Recht des Vergessens gegenüber dem Erinnern, was die Leistung des Vergeltens gegenüber dem Vergeben?


Verantwortlich

  • PD Dr. Thorsten Moos


Kooperationspartner

  • Dr. Stefan Engert, Exzellenzcluster „Normative Orders“, Goethe-Universität Frankfurt/Main


Arbeitsformen

  • Fachtagung „Weiterleben mit Schuld. Von der persönlichen und gesellschaftlichen (Un)Möglichkeit der Vergebung“, 12.–14. November 2010, Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt, Wittenberg
  • Interdisziplinäres Fachgespräch „Vom Umgang mit Schuld“, 9.–10. Dezember 2011, FEST, Heidelberg (Programm)
  • Fachgespräch „Umgang mit Schuld“, 4. April 2012, FEST, Heidelberg.


Publikationen

Moos, Thorsten/Engert, Stefan (Hg.) (2016): Vom Umgang mit Schuld. Eine multidisziplinäre Annäherung, Reihe „Normative Orders“, Bd. 15, Frankfurt/New York: Campus.

Moos, Thorsten (2011): „Die Gabe der Vergebung – eine theologische Perspektive“, in: FEST Jahresbericht 2010, 22–30.

Moos, Thorsten (2015): „Sünde, Tod, Teufel und Gesetz. Zur theologischen Bestimmung von Gewissensfreiheit“, in: Schaede, Stephan/ Moos, Thorsten (Hg.): Das Gewissen, Reihe „Religion und Aufklärung“, Bd. 24, Tübingen: Mohr Siebeck, 179–206.


Berichte

Moos, Thorsten (2012): „Umgang mit Schuld“, in: FEST-Newsletter Juni 12, 4.

Gewissen im Religionsunterricht

Gewissen im Religionsunterricht

Projekt „Gewissen im Religionsunterricht“
Die Ergebnisse der interdisziplinären Arbeitsgruppe „Gewissen“ an der FEST werden im Religionsunterricht aller Schularten der Klassen 7-10 elementar von Michael Lichtenstein erprobt und münden konkret in eine Unterrichtshilfe. Dabei wird bei Gewissens-Konflikten von der Situation der „inneren Zerrissenheit“ des Menschen ausgegangen. In diesem Zusammenhang soll u.a. auch die „Empathie“ als eine innere Stimme ins Spiel kommen, ob diese sich diese als das Gute erweisen könnte: „Ich handle so, weil ich in einer ähnlichen Situation so auch gerne behandelt werden würde.“ (Vgl. schon die Goldene Regel in Mt 7,12). Neben der Erfahrung der „inneren Zerrissenheit“ und „Empathie“ stehen auch die (theologischen) Dimensionen des Schuldig-Werdens und des Wieder-Ganz-Werdens im Zentrum. Bei Schülern lässt sich dies mit ihren Erfahrungen des Verratens von und Verraten-Werdens durch Freunde verbinden.
Fragestellungen

  • Was ist das Gute, das ich in einer bestimmten Situation ergreifen soll?
  • Ist das Gute immer das Offensichtliche?

Ziel
Erproben der Unterrichtshilfe, um die theologische Dimension des Gewissens in den Schulunterricht einbetten zu können
Verantwortlich
Michael Lichtenstein
Kooperationspartner

  • Schuldekan Heidelberg Dr. Ulrich Löffler
  • Prof. Dr. Ingrid Schoberth (Heidelberg) und ihre Sozietät zum Thema „Empathie“
  • Mentoren an Heidelbergs Schulen

Arbeitsformen

  • Einzelforschung
  • Vorträge, u.a. bei der Tagung „Weiterleben mit der Schuld. Von der persönlichen und gesellschaftlichen (Un-)Möglichkeit der Vergebung“, 12.-14. November 2010, Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt, Wittenberg
  • Abhalten von Religionsstunden zum Thema

Publikationen
Geplante Veröffentlichung 2011

Aufgaben einer protestantischen Gewissensphänomeneologie

Aufgaben einer protestantischen Gewissensphänomeneologie

Projekt „Aufgaben einer protestantischen Gewissensphänomenologie“
Die protestantische Gewissensphänomenologie bündelt aus protestantischer Perspektive interdisziplinäre Einsichten zu einem anthropologischen Zentralbegriff  und macht diese für die pfarramtliche Praxis fruchtbar.

Fragestellung

Wie kann die Kirche gesellschaftlich wirkungsvoll für das (religiöse) Gewissen eintreten?

Ziel

  • Entwicklung eines Curriculums für Gewissensbildung im Schulunterricht
  • Untersuchung von Gewissensentscheidungen in lehr- und dienstrechtlichen Fragen
  • Reflexion von Gewissensaporien aus Perspektive der Seelsorge

Verantwortlich

  • Michael Lichtenstein

Kooperationspartner

  • Dr. Stephan Schaede, Evangelische Akademie Loccum

Arbeitsformen

  • Publikation

Publikationen

in Planung

Gewissen

Gewissen

Das Phänomen Gewissen wird einer interdisziplinären Analyse unterzogen. Der Relevanz des Themas für Kirche und Gesellschaft wird unter anderem in Foschungsprojekten zum Gewissen in verschiedenen kirchlichen Handlungsfeldern Rechnung getragen.


Aktuelle Projekte

  • Seelsorge und Ethik: Das Projekt führt die in der Arbeitsgruppe „Gewissen“ begonnene Erforschung des Gewissens mit Bezug auf das kirchliche Handlungsfeld der Klinikseelsorge weiter.
  • Aufgaben einer protestantischen Gewissensphänomenologie: Die protestantische Gewissensphänomenologie bündelt aus protestantischer Perspektive interdisziplinäre Einsichten zu einem anthropologischen Zentralbegriff und macht diese für die pfarramtliche Praxis fruchtbar.
  • Gewissen im Religionsunterricht: Die Egebnisse der interdisziplinären Arbeitsgruppe „Gewissen“ an der FEST werden im Religionsunterricht aller Schularten der Klassen 7–10 elementar von Michael Lichtenstein erprobt und münden konkret in eine Unterrichtshilfe.
  •  Vom Umgang mit Schuld: Schuld ist als empirisch allgemeiner Begleiter der Freiheit ein menschliches Grundphänomen. Freiheit kann angesichts dessen nur bestehen bleiben, wenn es gelingt, mit Schuld erfolgreich umzugehen.


Abgeschlossene
Projekte

  • Gewissen (Arbeitsgruppe, 2005–2010): Ein Zentralbegriff insbesondere der protestantischen Theologie wird zum Gegenstand des interdisziplinären Gesprächs.

 

Publikationen

Stephan Schaede/ Moos, Thorsten (Hg.) (2015): Das Gewissen, Reihe „Religion und Aufklärung“, Bd. 24, Tübingen: Mohr Siebeck.

Moos, Thorsten (2015): Sünde, Tod, Teufel und Gesetz. Zur theologischen Bestimmung von Gewissensfreiheit, in: Das Gewissen, hg. von Moos, Thorsten/ Stephan Schaede, Tübingen,  Reihe „Religion und Aufklärung“, Bd. 24, Tübingen 2015, 179–206.

Moos, Thorsten (2011): Die Gabe der Vergebung – eine theologische Perspektive, in: FEST Jahresbericht 2010, 22–30.