Mensch 4.0

Mensch 4.0. Theologische Anthropologie in veränderten medialen Konstitutionsbedingungen

Dass der digitale Medienwandel mit grundlegenden Veränderungen der Konstitutionsbedingungen des Menschen einher geht, scheint sozialwissenschaftlich und philosophisch Konsens zu sein. Auch in der Theologie wächst das Bewusstsein, dass das Erleben von Raum, Zeit und gegenständlicher Realität primär medial vermittelt ist. Digitale Medialität und das Leben in digital-analogen Hybridräumen bestimmt daher sowohl das Selbsterleben als auch die Sozialität menschlichen Lebens. Ansätze zur Bearbeitung dieser Fragen gibt es im Feld der Theologie bislang v.a. aus der Perspektive der Praktischen Theologie und Bildungstheorie. In der Systematischen Theologie stehen die Konzepte von Personalität und Leiblichkeit im Vordergrund. Bestehende philosophische und kulturwissenschaftliche Debatten kommen kaum in den Blick.

Offen ist derzeit eine theologische Auseinandersetzung mit diesen Fragen, die sowohl die Breite der disziplinären Perspektiven verbindet als auch das interdisziplinäre Gespräch sucht. Um diesem Desiderat zu begegnen ist ein Konsultationsprozess geplant, der diese Fragen in der Perspektive der unterschiedlichen theologischen Disziplinen und ihres Zugriffs auf anthropologische Fragestellungen in den Blick nimmt. Themenspezifisch werden philosophische, sozialwissenschaftliche, psychologische und medientheoretische Perspektiven mit diesen ins Gespräch gebracht.

Verantwortet wird der Konsultationsprozess von Prof. Dr. Michael Moxter, Prof. Dr. Jürgen van Oorschot, Dr. Lars Allolio-Näcke und Dr. Frederike van Oorschot.

Geplant sind sechs thematische Workshops, sowie ein Abschlusssymposium mit folgenden Schwerpunkten:

08./09.03.2021 Medialität und Mediatisierung als Grundbestimmungen des Menschseins
12./13.10.2021 Raum. Digitale Heterotopien als Herausforderung für die Anthropologie?
Frühjahr 2022 Zeit. Zwischen medialer Beschleunigung und Prokrastination
Herbst 2022 Leiblichkeit und Digitalisierung. Künstliche Natürlichkeit
Frühjahr 2023 „Ich bin, was ich like“. (Digitale) Sozialität und personale Identität
Herbst 2023 „Emotionsmaschinen“. Emotionalität als Grundform medialer Diskurse
Frühjahr 2024 „Abschlusstagung: (Mediale) Konstitutionsbedingungen des Menschen in der Gegenwart in theologischer Perspektive