Neue Technik – neue Ethik? Interdisziplinäre Auseinandersetzung mit den Folgen der digitalen Transformation

Neue Technik – neue Ethik? Interdisziplinäre Auseinandersetzung mit den Folgen der digitalen Transformation

Die gemeinsame Auseinandersetzung des FEST-Kollegiums mit der digitalen Technik stellt sich der Frage, was das wirklich Neue dieser Technik ist. Zum einen sind an neuartige Gegenstände, die sie hervorbringt, sowie die Möglichkeiten, diese als Werkzeuge einzusetzen, zu denken. Auch ist davon auszugehen, dass mit dieser Entwicklung neue Wahrnehmungsformen, Er-kenntnismittel und Fragestellungen einhergehen werden. Schließlich können daraus auch neue Typologien von Akteuren und/oder Kommunikationsformen entstehen. Zum anderen bleibt aber kritisch zu hinterfragen, ob die Neuartigkeit der Technik und ihrer Folgen wirklich so grundle-gend ist? Spätestens, wenn auch die Konfiguration von Akteuren Teil der Veränderungen ist, stellen sich ethische Fragen. Zu bedenken sind mögliche Veränderungen von ethischen Normen, Werten, Prinzipien, gute Praxen und Kategorien, aber auch von grundlegenden Narrativen und Auffassungen der Gegenstände. Diese können Anpassungen erfordern oder aber auch gänzlich neue ethische Fragestellungen beinhalten. Dieser Problemzusammenhang soll aus den jeweili-gen Perspektiven der Mitglieder des FEST-Kollegiums interdisziplinär verhandelt werden.

Format: Kollegiumsarbeit, Publikation in der Reihe FEST Forschung
Mitarbeitende des Arbeitsbereichs: Dr. Johannes Frühbauer und Dr. Hendrik Stoppel

Jana Nordbruch, M.A.

Jana Nordbruch, M.A.

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Frieden

Schmeilweg 5, D-69118 Heidelberg
Telefon: 06221-9122-38
Fax: 06221-167257

E-Mail: jana.nordbruch@fest-heidelberg.de

Fachrichtung
Politikwissenschaft

 

Arbeitsschwerpunkte

Universitäre Ausbildung

  • 2013-2017 Studium der Germanistik und Sozialwissenschaften, Universität Münster
  • 2017-2020 Studium der Politischen Wissenschaft (Schwerpunkt Internationale Beziehungen) und Bildungswissenschaften, Universität Heidelberg

Publikationen
Werkner, Ines-Jacqueline/ Ilka, Henrike/ Frühbauer, Johannes/ Nordbruch, Jana/ Stoppel, Hendrik/ Toropova, Maria (2020): Die Corona-Pandemie – eine Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit?, in: Held, Benjamin/ Kirchhoff, Thomas/ van Oorschot, Frederike/ Stoellger, Philipp/ Werkner, Ines-Jacqueline (Hg.): Corona als Riss. Perspektiven für Kirche, Politik und Ökonomie. Universitätsbibliothek Heidelberg: Heidelberg.

Corona als Riss

„Corona als Riss: Perspektiven für Kirchen, Politik und Ökonomie“

Heidelberg, 23.09.2020 – In kaum vorstellbarer Weise hat die Corona-Pandemie unseren individuellen und kollektiven Alltag verändert. Sie hat unser privates und öffentliches Leben, unser wirtschaftliches, politisches und kulturelles Handeln in einen Ausnahmezustand versetzt. Vieles von dem, was bisher selbstverständlich war, ist es nicht mehr. Lebensweltliche Kontinuitäten haben Risse bekommen. Wie können wir auf die Corona-Pandemie und auf die mit ihr verbundenen Probleme, Herausforderungen und Dilemmata reagieren?

Für Kirche, Politik und Ökonomie entwickeln die Autorinnen und Autoren des Bandes „Corona als Riss“ Analysen und Perspektiven für die Zeit mit und nach Corona.

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Mit dem ersten Band ist auch der Beginn der neuen Reihe „FEST kompakt: Analysen – Stellungnahmen – Perspektiven“ verbunden. Dieser und auch die zukünftigen Bände werden auch online verfügbar sein: https://bit.ly/35z7DqD.

Interviews mit AutorInnen

„Religiöser Übermut ist unangebracht!“

Der Reiz der „Online-Church“


 

Lehrbuch „Militärsoziologie – Eine Einführung“

Lehrbuch „Militärsoziologie – Eine Einführung“ (2020–2021)

Das Lehrbuch „Militärsoziologie – Eine Einführung“, herausgegeben von Nina Leonhard und Ines-Jacqueline Werkner, ist 2005 im Springer VS erschienen. Eine zweite aktualisierte und ergänzte Auflage erfolgte 2012. Nun steht das Lehrbuch vor seiner dritten Auflage. Auch in dieser sollen die Beiträge nicht nur aktualisiert, sondern – entsprechend dem Fortschreiten des Forschungsstandes – um weitere Themen ergänzt werden.

Format: Lehrbuch in der 3. aktualisierten und ergänzten Auflage
Projektverantwortlich: PD Dr. Ines-Jacqueline Werkner in Kooperation mit PD Dr. Nina Leonhard (Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam)

digital. parochial. global. Was ist Kirche heute?

Digital – parochial – global?! Ekklesiologische Perspektiven im Digitalen

Positionspapier zur digitalen Ekklesiologie: Präsent sein.


Bildnachweis: Mrak – adobe.com

Leib Christi, Institution, Unternehmen, Verein, Netzwerk, Gemeinschaft der Heiligen – die Vorstellungen davon, was Kirche ist und was sie sein könnte, waren schon immer vielfältig, widersprüchlich und strittig. In der evangelischen Tradition ist Kirche dort, wo „das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden“ (CA VII).

Angesichts steigender kirchlicher Online-Aktivitäten und Netzwerke gerade angesichts der außerordentlichen Herausforderungen durch die pandemiebedingten Einschränkungen des analogen kirchlichen Lebens stellen sich viele Fragen neu und dringlicher: Wo, wer oder was ist eigentlich Kirche? Wo und wie wird gepredigt und werden die Sakramente gereicht? Wie verändert sich das religiöse Bewusstsein? Wie stehen die unterschiedlichen Formen von Offline- und Online-Kirche zueinander? Was verändert sich, wenn die „Zirkulation des religiösen Bewusstseins“ auch im digitalen Raum in Gang kommt? Was heißt „Priestertum aller Gläubigen“? Wie viel Professionalität, Ordnung und Hierarchie sind nötig?

Die Workshopreihe greift diese ekklesiologischen Fragen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis auf. Praktiker*innen, Wissenschaftler*innen und Kirchenleitende kommen in drei Workshops über diese Fragen miteinander ins Gespräch. Nach Impulsen aus der Praxis und der Dogmatik möchten wir gemeinsam ein Thesenpapier zu diesen Fragen zu erarbeiten, das für die weitere Diskussion in Theologie und Kirche(n) online und offline genutzt werden kann.

Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Evangelischen Akademie in der Pfalz statt.

Der erste Workshop findet digital statt. Für den zweiten und dritten Workshop sind digital-analoge hybrid Formate geplant. Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob sie digital oder analog teilnehmen möchten.
Die Anmeldung zu den Workshops ist formlos möglich per E-Mail an Selina Fucker.

Workshop I – Gottesdienst, Liturgie und Verkündigung
16. Oktober 2020, 11-17 Uhr, digital

Referent*innen: Prof. Dr. Helmut Schwier (Praktische Theologie/Homiletik, Heidelberg), OKR Matthias Kreplin (Ev. Oberkirchenrat Karlsruhe), Wolfgang Loest (Lippische Landeskirche), Prof. Dr. Ilona Nord und Prof. Dr. Thomas Schlag (CONTOC)

Workshop II – Abendmahl
29. Januar 2021, 11-17 Uhr, hybrides Veranstaltungsformat

Referent*innen: Prof. Dr. Friederike Nüssel (Ökumenische Theologie, Heidelberg), Landesbischof Prof. Dr. Cornelius-Bundschuh (Ev. Oberkirchenrat Karlsruhe), Dr. Frank Vogelsang (Ev. Akademie im Rheinland, Düsseldorf)

Workshop III – Amt und Gemeinschaft
9. April 2021, 11-17 Uhr, hybrides Veranstaltungsformat

Referent*innen: Prof. Dr. Kristin Merle (Praktische Theologie, Hamburg), Nico Ballmann (Ev. Kirche im Rheinland), Prof. Dr. Ilona Nord und Prof. Dr. Thomas Schlag (CONTOC)

Workshop ÖKT
12.-16. Mai 2021, Frankfurt

Tagung „Digital – lokal – parochial? Was ist Kirche heute?“
17.-18. September 2021, Landau (Ev. Akademie in der Pfalz)

Mensch 4.0

Mensch 4.0. Theologische Anthropologie in veränderten medialen Konstitutionsbedingungen

Dass der digitale Medienwandel mit grundlegenden Veränderungen der Konstitutionsbedingungen des Menschen einher geht, scheint sozialwissenschaftlich und philosophisch Konsens zu sein. Auch in der Theologie wächst das Bewusstsein, dass das Erleben von Raum, Zeit und gegenständlicher Realität primär medial vermittelt ist. Digitale Medialität und das Leben in digital-analogen Hybridräumen bestimmt daher sowohl das Selbsterleben als auch die Sozialität menschlichen Lebens. Ansätze zur Bearbeitung dieser Fragen gibt es im Feld der Theologie bislang v.a. aus der Perspektive der Praktischen Theologie und Bildungstheorie. In der Systematischen Theologie stehen die Konzepte von Personalität und Leiblichkeit im Vordergrund. Bestehende philosophische und kulturwissenschaftliche Debatten kommen kaum in den Blick.

Offen ist derzeit eine theologische Auseinandersetzung mit diesen Fragen, die sowohl die Breite der disziplinären Perspektiven verbindet als auch das interdisziplinäre Gespräch sucht. Um diesem Desiderat zu begegnen ist ein Konsultationsprozess geplant, der diese Fragen in der Perspektive der unterschiedlichen theologischen Disziplinen und ihres Zugriffs auf anthropologische Fragestellungen in den Blick nimmt. Themenspezifisch werden philosophische, sozialwissenschaftliche, psychologische und medientheoretische Perspektiven mit diesen ins Gespräch gebracht.

Verantwortet wird der Konsultationsprozess von Prof. Dr. Michael Moxter, Prof. Dr. Jürgen van Oorschot, Dr. Lars Allolio-Näcke und Dr. Frederike van Oorschot.

Geplant sind sechs thematische Workshops, sowie ein Abschlusssymposium mit folgenden Schwerpunkten:

08./09.03.2021 Medialität und Mediatisierung als Grundbestimmungen des Menschseins
12./13.10.2021 Raum. Digitale Heterotopien als Herausforderung für die Anthropologie?
Frühjahr 2022 Zeit. Zwischen medialer Beschleunigung und Prokrastination
Herbst 2022 Leiblichkeit und Digitalisierung. Künstliche Natürlichkeit
Frühjahr 2023 „Ich bin, was ich like“. (Digitale) Sozialität und personale Identität
Herbst 2023 „Emotionsmaschinen“. Emotionalität als Grundform medialer Diskurse
Frühjahr 2024 „Abschlusstagung: (Mediale) Konstitutionsbedingungen des Menschen in der Gegenwart in theologischer Perspektive

Neue Theologie?!

Neue Theologie?!

Unter dem Titel „Neue Theologien“ firmiert die beim EKD-Netzwerk „Digitalisierung“ im März 2020 eingesetzte Arbeitsgruppe zur Frage, wie sich theologische Arbeitsweisen und Inhalte durch den digitalen Wandel verändern. Unter der Leitung von Dr. van Oorschot, Dr. Florian Höhne (Berlin) und Prof. Kristin Merle (Hamburg) wird diese Arbeitsgruppe an die FEST angebunden sein. Workshops für 2021 sind derzeit in Planung.

Cursor_ Zeitschrift für explorative Theologie

Cursor_ Zeitschrift für explorative Theologie

Verbunden ist diese Reflexion auf die Wissenschaftstheorie mit einem Projekt zur digitalen Wissenschaftspraxis: Das theologische Open-Access Journal „Cursor_ Zeitschrift für explorative Theologie“, an dem Dr. van Oorschot als Herausgeberin beteiligt ist, erkundet Formen und Potentiale digitaler Wissenskommunikation. In Kooperation mit heiUP (Heidelberg University Publishing) werden digitale Diskussions- und Partizipationsformate genutzt, um theologische und kirchliche Debatten innovativ zu vernetzen. Die Zeitschrift wird durch die Evangelische Landeskirche in Baden gefördert.(https://cursor.pubpub.org/)

Verantwortlich für den Schwerpunkt ist Dr. Frederike van Oorschot.

Vorträge:

  • Digitale Theologische Öffentlichkeiten, Tagung „Bubbles and Bodies. Zur materiellen Basis der Öffentlichkeit“, 09.11.2018, Linz

Perspektiven aus der FEST zur Corona-Pandemie

Perspektiven aus der FEST zur Corona-Pandemie (fortlaufend aktualisiert)

Heidelberg, 21.04.2020 – Bereits heute ist absehbar, dass Covid-19 die Welt verändern wird. Die Konsequenzen einer ungezähmten Ausbreitung des Virus sind so dramatisch, dass viele Gesellschaften zunächst einmal bislang nicht für möglich gehaltene Veränderungen und Einschränkungen ihres alltäglichen Lebens hinnehmen. Menschen haben aber mittlerweile begonnen, über Wege aus und nach der Krise nachzudenken. Wer durch die Krise nicht ganz die Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft verliert, der muss das auch tun. Und es ist auch verständlich, dass jede und jeder zuallererst in der Perspektive seiner Welt, in der Perspektive der Themen, die sie oder ihn bislang umgetrieben haben, versucht zu begreifen, was die Corona-Krise dafür bedeutet und wie sie zu den Problemen ins Verhältnis zu setzen ist, die uns seit langen Jahren beschäftigen. Auch die Mitarbeitenden der FEST versuchen in ihren Disziplinen die Corona-Pandemie in Beziehung zu ihren bisherigen Fragestellungen zu bringen. Eine Auswahl dieser Überlegungen ist nachfolgend zusammengestellt.

Gerd Altmann/Pixabay

Benjamin Held et al. (Hg.) (2020): Corona als Riss. Perspektiven für Kirche, Politik und Ökonomie. Heidelberg: heiBOOKS. Link (FEST kompakt – Analysen – Stellungnahmen – Perspektiven , Band 1). Interviews mit AutorInnen: „Religiöser Übermut ist unangebracht!“ und Der Reiz der „Online-Church“

Hans Diefenbacher, Oliver Foltin, Lisa Stadtherr: Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeit von Pfarrerinnen und Pfarrern – ein erstes Schlaglicht aus Mannheim. Download hier, Mitteilung EKD und evangelisch.de und epd-Dokumentation 42/2020

Benjamin Held, Dorothee Rodenhäuser, Hans DiefenbacherNWI 2020 – Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wohlfahrt (IMK Policy Brief 96). Download hier

Hans Diefenbacher, Johannes J. Frühbauer, Benjamin Held, Frederike van Oorschot, Dorothee Rodenhäuser, Hannes Vetter: Die Idee der Solidarität in der Corona-Pandemie. Download hier

Frederike van Oorschot: Cursor_Viral (Special Issue): Dieses Sonderheft beschäftigt sich mit der Corona/COVID-19-Pandemie. Sukzessive und in kurzen Abständen werden neue Beiträge mit unterschiedlichen theologischen Perspektiven auf die Corona-Krise veröffentlicht: Link zum Sonderheft

Frederike van Oorschot: Präsent sein. Ekklesiologische Perspektiven auf das kirchliche Leben unter den Bedingungen des Infektionsschutzes und in seiner Folgen. Download hier und epd-Dokumentation

Thomas Lange: Steuerungsprobleme der öffentlichen Gesundheit auf internationaler, regionaler und nationaler Ebene: Forschungsperspektiven für die Governance der COVID-19-Krise: Link

Volker Teichert, Hans Diefenbacher und Oliver Foltin: Corona-Pandemie und Klimaschutz – einige Anregungen zur Diskussion: Download hier und epd-Dokumentation 22/2020

Hans Diefenbacher Oliver Foltin und Volker Teichert: Corona-Pandemie und Klimaschutz. Corona Sustainability Compass: Der Wissenschaftsblog von Umweltbundesamt, Future Earth, International Science Council und Stiftung 2°: Link

Volker Teichert, Hans Diefenbacher und Oliver Foltin: Menschenwürdiges Leben für alle gewährleisten. Stellungnahme für einen nachhaltigen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft beim Neustart nach dem Lockdown veröffentlicht: Link

Volker Teichert und Oliver Foltin: „Lehren aus der Corona-Krise für Arbeit, Wirtschaft und den Klimaschutz?“, in: KVI im Dialog 14 (3), 34-37.

Hans Diefenbacher: Umweltexperte für nachhaltigeres Wirtschaften nach Corona-Krise: Link

Ines-Jacqueline Werkner, Johannes Frühbauer, Henrike Ilka, Jana Nordbruch, Hendrik Stoppel und Maria Toropova: Die Corona-Pandemie – eine Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit? Ein Beitrag zur aktuellen Debatte. Download hier und Amos international 2/2020 und epd-Dokumentation 22/2020

Frederike van Oorschot: Digitale Angebote haben in den letzten Wochen, in der aktuellen Corona-Krise, neue Formen der Verbundenheit trotz sozialer Distanz möglich gemacht. Welche Impulse geben sie für künftige Entwicklungen der Kirche? Darüber hat Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang ein vierteiliges Akademiegespräch mit Dr. Fredrike van Oorschot geführt, wovon die ersten beiden schon veröffentlicht sind: