Friedensethische Diskurse in den Religionen

Religionen, Diplomatie und Frieden (in Planung für 2020–2023)

Nachdem in Europa lange Zeit die Säkularisierungsthese dominierte, erfahren Religionen wieder eine verstärkte Aufmerksamkeit in der politischen Praxis. Gegenüber einem Diskurs über das Gewaltpotenzial von Religionen tritt zunehmend die Fähigkeit in den Vordergrund, Frieden zu stiften. Der Dialog der Religionen sowie Bedingungsfaktoren und Strategien religiöser Akteure zur Überwindung von Gewalt und zur Transformation gesellschaftlicher und politischer Konflikte sind wesentlich für diese Entwicklung. So entsteht eine Chance für Außenpolitik, beim Bemühen um Frieden und zivile Konfliktbearbeitung im Zusammenwirken politischer und religiöser Akteure die unterschiedlichen Mandate, Zugänge und Kompetenzen fruchtbar zu machen und die Wirkungsmöglichkeiten von Politik/Diplomatie und Religion zu verstärken. Auf diese Weise werden Synergien möglich, die die jeweiligen Grenzen der beiderseitigen Handlungsoptionen überwinden. Das geplante Projekt nimmt diese außenpolitischen Optionen in den Blick. Wie kann – so die hier zu verhandelnde Leitfrage – das religiöse Friedenspotenzial und die gesellschaftlichen Einflüsse von Religionen genutzt und für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit gewonnen werden? Unter welchen Voraussetzungen und in welchen Situationen können außenpolitische und religiöse Akteure gemeinsam Friedensprozesse befördern?

Geplantes Format: interreligiöser Konsultationsprozess, Handreichung für deutsche Auslandsvertretungen, Module für Curricula, Handbuch
Projektverantwortlich: PD Dr. Ines-Jacqueline Werkner