Neue ethische Standards angesichts von Digitalisierungsprozessen am Beispiel autonomer Waffen

Neue ethische Standards angesichts von Digitalisierungsprozessen am Beispiel autonomer Waffen (Kollegiumsarbeit)

Die Kriegsführung wird zunehmend durch Digitalisierungsprozesse geprägt. Dazu zählt der Trend zur Autonomisierung von Waffen. Diese Entwicklung ist nicht unumstritten: Die einen sehen darin eine Effektivitätssteigerung und Humanisierung der Kriegsführung, können sie eingesetzt werden, ohne die eigenen Soldatinnen und Soldaten zu gefährden. Auch können sie weitaus mehr Informationen in kürzerer Zeit auswerten und damit Reaktionszeiten und Abläufe beschleunigen. Zudem gelten diese Systeme als Präzisionswaffen, womit sich dann auch geringere zivile Opfer verbinden. Andere sprechen vom „drohenden Ende der Menschlichkeit“ (Human Rights Watch). Unbemannte Waffen können mit einem Absinken der Hemmschwelle zum militärischen Einsatz einhergehen; es besteht die Gefahr einer Entgrenzung des völkerrechtlich eingehegten Krieges. Es bestehen offene Fragen hinsichtlich der Kontrolle und Verantwortung dieser neuen Waffen. Zudem wird das ethische Rechtfertigungsmuster des Tötens im Krieg infrage gestellt: Während der Soldat den Gegner gezielt töten dürfe, da jener seine Gewalt sonst gegen ihn oder seine Kameraden richten wird, lasse sich diese Argumentation bei unbemannten, ferngesteuerten Systemen nicht mehr anwenden; hier steht der Soldat außerhalb der Gefahrenzone. Das lässt die Frage aufkommen, ob autonome Waffen auch neue ethische Standards erfordern. Bisherige Debatten zielen bislang darauf, sich für ihr vorzeitiges Verbot auszusprechen. Da der Erfolg dieser Forderung nicht absehbar – wenn nicht gar unmöglich scheint – sollen in diesem Projekt die ethischen Konsequenzen autonomer Waffen in den Blick genommen und analysiert werden.

Geplantes Format: Kollegiumsarbeit
Projektverantwortlich: Dr. Johannes FrühbauerDr. Hendrik Stoppel und PD Dr. Ines-Jacqueline Werkner