Konsultationsprozess „Religionen, Diplomatie und Frieden“

Titel des Projektes: Konsultationsprozess „Religionen, Diplomatie und Frieden“
Laufzeit: November 2020 – Oktober 2023
gefördert von:
Auswärtiges Amt
bearbeitet von:
PD Dr. Ines-Jacqueline Werkner und Dr. Madlen Krüger
Publikationen:
Religionen, Diplomatie und Frieden – eine Handreichung für die deutschen Auslandsvertretungen
Projekthomepage:
www.religionen-diplomatie-frieden.de 
 
Nachdem in Europa lange Zeit die Säkularisierungsthese dominierte, erfahren Religionen seit 1990 in der politischen Praxis eine verstärkte Aufmerksamkeit. Das spiegelt sich auch in der Außenpolitik wider. So ist es für außenpolitische Fragen von Belang, dass ein Großteil der Weltbevölkerung religiös ist und Glaubensfragen ihr Leben und damit auch ihr gesellschaftliches wie politisches Denken und Handeln maßgeblich beeinflussen.
 
Vor diesem Hintergrund wurde an der FEST – gefördert vom Auswärtigen Amt – ein Konsultationsprozess etabliert. In diesem haben drei interreligiös und interdisziplinär zusammengesetzte Arbeitsgruppen mit über 30 Wissenschaftler*innen – evangelische, katholische und christlich orthodoxe sowie jüdische und islamische Theolog*innen, aber auch Religionswissenschaftler*innen, Friedens- und Konfliktforscher*innen, Staats- und Völkerrechtler*innen sowie Vertreter*innen aus Politik und Diplomatie – Themen zu Religion, Diplomatie und Frieden verhandelt. Zusätzlich haben etwa 50 weitere Wissenschaftler*innen themenspezifisch ihre Expertise in den Konsultationsprozess eingebracht.
 
Ziel des Konsultationsprozesses war es, Potenziale für ein Zusammenwirken von Diplomatie und Religionen zu erschließen. Wie lässt sich – so die Leitfrage des Projektes – das Friedenspotenzial von Religionen für die Außenpolitik fruchtbar machen und zugleich eine Resilienz gegenüber religiöser Gewalt und religiöser Instrumentalisierung erreichen?
 
Im Ergebnis steht eine Handreichung mit Orientierungs- und Handlungsempfehlungen für eine religionssensitive Diplomatie. Sie richtet sich an die Außenpolitik, konkret an die Diplomat*innen der deutschen Auslandsvertretungen. Die Handreichung enthält drei Kapitel, die sich an der Thematik der drei Arbeitsgruppen des Konsultationsprozesses orientieren: Ausgehend von Religion und Politik und des Verhältnisses beider Sphären wendet sich das erste Kapitel den rechtlichen Bestimmungen und dem Zusammenspiel von Staat und Religion, das international verschieden ausgestaltet ist, zu.  Das zweite Kapitel beleuchtet das Verhältnis von Religion und Gewalt. Schließlich verhandelt das dritte Kapitel Wege, das Friedenspotenzial von Religionen stärker als bislang außenpolitisch fruchtbar zu machen. Vorschläge für die Etablierung einer Religionsaußenpolitik beschließen die Handreichung. Diese ist auf der Projekthomepage abrufbar. Demnächst wird auch eine englische Fassung der Handreichung verfügbar sein.
 
Die Abschlussveranstaltung des Konsultationsprozesses fand im Oktober 2023 in Berlin statt, bei der die Handreichung an das Auswärtige Amt übergeben wurde. Die Podiumsdiskussion brachte dann auch die einzelnen Arbeitsgruppen mit ihren Ergebnissen miteinander ins Gespräch.
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