‚Körper und Geist‘

 
Grundlegend für das Forschungsfeld ist die Annahme, dass kognitive bzw. geistige Prozesse, aber auch Bewusstsein und Erleben insgesamt nicht als Abbildungen der Welt im Inneren eines Organismus zu begreifen sind, sondern den Leib in Beziehung zu seiner Umwelt konstitutiv voraussetzen. Eine verkörperte Konzeption misst der Interaktion von Körper und Umwelt und damit der untrennbaren Verwobenheit von Leib, Geist und Welt entscheidende Bedeutung für die Möglichkeit von Bewusstsein zu. Mit der Dynamisierung der Wechselbeziehungen von Leib und Geist sowie von Organismus und Umwelt verbindet sich, dass Umwelt im  Handlungsvollzug der Organismus-Umwelt-Interaktion je schon als werthaft, d.h. qualitativ signifikant erfahren wird. Für die Vergesellschaftung des Menschen ist nun aber die  wissenschaftlich-technische Mediatisierung der Wechselbeziehung von Leib, Geist und Welt zentral und aus ihr ergeben sich erhebliche  praktische Konsequenzen. Denn die Technik hat sich zwar im Zusammenhang der Verfolgung von Lebensinteressen und zur Bewältigung damit einhergehender Handlungsprobleme entwickelt, entfaltet aber eine eigenlogische Dynamik, die sich zunehmend von ihren Entstehungsbedingungen entkoppelt und ihrerseits eine kulturprägende Gestaltungsmacht auf die menschliche Lebensweise ausübt.  Im Forschungsfeld sollen folgende Fragen schwerpunktmäßig weiterverfolgt werden: Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem verkörperten Verständnis des Organismus-Umwelt-Funktionskreises für das Verständnis menschlicher Personalität einschließlich der ethischen Folgefragen nach einem angemessenen Verständnis personaler Lebensführung und Lebenssorge? Und aufbauend darauf: Wie kann angesichts einer zunehmenden technischen Mediatisierung des Organismus-Umwelt-Verhältnisses die technische Handlungslogik mit der Erfahrungsdimension verkörperter Weltbeziehungen in einer für die Menschen förderlichen Weise vermittelt werden? 
  
Projekte im Forschungsfeld