Nachhaltige Entwicklung

Nachhaltige Entwicklung

Als kurze und prägnante Zusammenfassung der Grundlage der thematischen Arbeit in diesem Bereich kann die von der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung im sogenannten Brundtland-Bericht aufgestellte Definition nachhaltiger Entwicklung herangezogen werden:

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“
(„Sustainable development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.“)
World Commission on Environment and Development (1987): Our Common Future. Oxford University Press, Oxford.

Wie bereits im Brundtland-Bericht festgehalten, handelt es sich bei nachhaltiger Entwicklung um einen Wandlungsprozess. Das Ausmaß und die Vielschichtigkeit des benötigten Wandels wird im Begriff der „Großen Transformation“ besonders deutlich, der seinen Ursprung in dem gleichnamigen Buch von Karl Polanyi aus dem Jahr 1944 über die gesellschaftlichen Umwälzungen im Zuge der Industrialisierung („The Great Transformation“) hat. Eine Renaissance erlebte der Begriff im deutschsprachigen Kontext insbesondere durch das Sondergutachten „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltfragen (WBGU) aus dem Jahr 2011, der ihn auf die Herausforderungen eines umfassenden sozial-ökologischen Wandels anwandte. In den letzten Jahren orientiert sich die inhaltliche Füllung des Begriffs der Nachhaltigkeit insbesondere auch an den 17 Sustainable Development Goals (SDG), deren Erfüllung die Vereinten Nationen sich bis zum Jahre 2030 als Ziel gesetzt haben.

Das in diesem Kontext im Arbeitsbereich bearbeitete Spektrum an Projekten reicht dabei von Grundlagenforschung bis hin zur Beratung und Unterstützung bei konkreten Maßnahmen. Gegliedert ist der Arbeitsbereich in die drei Themenfelder „Klima, Energie und Umwelt“, „Sozial-ökologische Transformation“ und „Wohlfahrts- und Nachhaltigkeitsindikatoren“. Darüber hinaus werden arbeitsbereichsübergreifend behandelte Themen bearbeitet (siehe dazu „Querschnittsprojekte“).


Klima, Energie und Umwelt

Die Bewältigung des Klimawandels ist eine der wichtigsten Zukunftsfragen des 21. Jahrhunderts und hat zentral mit der Frage der Gestaltung der jeweiligen Energieversorgungssystemen und der Mobilitätsstruktur in der Gesellschaft zu tun. Deshalb liegt seit über zehn Jahren ein Schwerpunkt von theorieorientierten und praktischen Projekten im Arbeitsbereich in diesem Themenfeld.

Das Spektrum der Projekte beinhaltet unter anderem die Erstellung von Umwelt- und integrierten Klimaschutzkonzepten mit umfangreichen Maßnahmenkatalogen zur Erreichung von CO2-Reduktionszielen, die beratende Begleitung bei der Einführung von Umwelt- (EMAS, ISO 14001 und Grüner Gockel/Hahn) und Energiemanagementsystemen (ISO 50001) sowie die Nachhaltigkeitsberichterstattung in verschiedensten Organisationen, Einrichtungen und bei Großveranstaltungen. Des Weiteren erfolgt mit dem Projektbüro Klimaschutz seit 2008 eine kontinuierliche (Fördermittel-)Beratung und Information von Landeskirchen, Kirchenkreisen, Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen über Maßnahmen, die zu einer Reduzierung von CO2-Emissionen beitragen können. Die wissenschaftliche Begleitung des kirchlichen CO2-Kompensationsfonds „Klima-Kollekte“ ist ebenso Bestandteil in dem Themenfeld wie die Durchführung von Projekten zur Klimaanpassung.

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Sozial-ökologische Transformation

Der Wandel zur Nachhaltigkeit erfordert eine tiefgreifende sozial-ökologische Transformation der Gesellschaft. Um planetarische Grenzen einzuhalten, eine gerechtere Wohlstandsverteilung zu erreichen und das Wohlergehen der Menschen hierzulande und weltweit zu fördern, sind Veränderungen in vielen gesellschaftlichen Bereichen notwendig. Dabei ist es wichtig, soziale und ökologische Aspekte nicht getrennt, sondern gemeinsam und insbesondere mit Blick auf ihre Wechselwirkungen zu betrachten.

Vor diesem Hintergrund versammelt das Themenfeld Projekte, die auf vielfältige Weise in Zusammenhang mit einer solchen „Großen Transformation“ stehen. Sie beleuchten mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung soziale, ökologische und ökonomische Bedingungen, Möglichkeiten und Auswirkungen des Wandels und bedienen sich dabei insbesondere wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Methoden. Dabei ist die Ökonomie – obwohl im Titel des Themenfelds nicht genannt – als Mittel zum Zweck für die Erreichung sozialer und ökologischer Ziele ein zentraler Untersuchungsgegenstand.

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Wohlfahrts- und Nachhaltigkeitsmessung

Fragen der Messung von Wohlfahrt und Nachhaltigkeit haben an der FEST eine lange Tradition. Maßgeblich beeinflusst wurden sie Mitte der 1990er Jahre durch die Lokale Agenda 21 (LA21). Weitere wichtige Einflüsse waren die Millennium Development Goals (MDGs), die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie und zuletzt die Sustainable Development Goals (SDGs), die auch unter dem Stichwort „Agenda 2030“ verhandelt werden.

Neben auf Indikatorensystemen beruhenden Ansätzen zur Erfassung nachhaltiger Entwicklung, die in verschiedenen Zusammenstellungen und räumlichen Ebenen entwickelt und umgesetzt werden, ist die Wohlfahrtsmessung zentraler Bestandteil dieses Themenfelds. Beim Nationalen Wohlfahrtsindex (NWI) und seiner regionalen Variante, dem Regionalen Wohlfahrtsindex (RWI), werden wohlfahrtsrelevante Komponenten zu sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten erhoben und zu einem Gesamtindex aggregiert. Damit sollen Erkenntnisse über die Entwicklung des Wohlergehens einer Gesellschaft im Zusammenhang mit ihren wirtschaftlichen Aktivitäten gewonnen werden, die fundierter sind als solche, die beispielsweise auf der Entwicklung des Bruttoinlandproduktes (BIP) beruhen.

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Mitglieder des Arbeitsbereichs