Religion, Recht & Kultur

Religion, Recht & Kultur

Der Arbeitsbereich „Religion, Recht und Kultur“ bündelt theologische, juristische, politikwissenschaftliche und kulturwissenschaftliche Forschungsperspektiven und bezieht diese aufeinander. Die Arbeiten richten sich dabei aktuell insbesondere auf neun Themenkreise:

  • Digitale Theologie

    Unter dem Schlagwort „Digitale Theologie“ sammeln sich unterschiedliche Ansätze und Interessen in der Theologie, die sich mit Prozessen der Digitalisierung auseinandersetzen. Das Forschungsfeld verbindet dabei technische und instrumentelle Bezüge auf digitale Technologien mit kulturwissenschaftlichen Ansätzen zur Beschreibung eines digitalen Kulturwandels.

    Die Mehrzahl der Projekte in diesem Themenfeld untersuchen, wie theologische Begriffe und Denkmodelle durch Digitalisierungsprozesse verändern oder neu interpretiert werden müssen. Dazu gehört auch die Reflexion auf Initiativen und Debatten „digitaler Kirche“. Aber auch digitale Forschungsmethoden und deren hermeneutische und epistemische Implikationen kommen in den Blick (TheoLab).

    Daneben ist die digitale Plattform und Zeitschrift Cursor_ auch an der FEST angebunden, um digitale Tools für einen partizipativen theologischen Diskurs an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kirche zu erproben.

    Theologies of the Digital

    • Workshop I: November 2019 in Princeton (Kooperation mit Prof. Hanna Reichel/Princeton)
    • Workshop II: Januar 2021 in Berlin (Kooperation mit Prof. Hanna Reichel/Princeton und Dr. Florian Höhne/Berlin)

    Neue Theologie?!

    Mensch 4.0

    digital. parochial. global. Was ist Kirche heute?

    • Präsent sein. Positionspapier zur digitalen Ekklesiologie.
    • Workshop I: Gottesdienst, Liturgie und Verkündigung, 16. Oktober 2020
    • Workshop II: Abendmahl, 29. Januar 2021
    • Workshop III: Amt und Gemeinschaft, 9. April 2021
    • Workshop ÖKT: 12.-16. Mai 2021
    • Tagung „Digital – lokal – parochial? Was ist Kirche heute?“, 17.-18. September 2021

    TheoLab Heidelberg

    Cursor_ Zeitschrift für explorative Theologie

  • Öffentliche Theologie

    Religion ist nicht nur eine Sache privater Innerlichkeit, sondern tritt nach außen: in Symbolen, Organisationen, Überzeugungen und in Gestalt öffentlicher religiöser Akteure. Die Projekte des Teilbereichs haben das Öffentlichwerden von Religion (und dabei jeweils die Frage nach dem Status von „Öffentlichkeit“) zum Gegenstand. Diese werden zum anderen unter dem Leitbegriff „Öffentliche Theologie“ reflektiert und konzeptionalisiert.

  • Theologische Hermeneutik

    Zu klären, wie theologisches Verstehen sich vollzieht und was es ausmacht, ist eine Aufgabe theologischer Hermeneutik. In diesem Teilbereich kommt an der FEST vor allem die Bibel als ein Grundtext kirchlichen und theologischen Verstehens in den Blick. Diese wird innerhalb der Theologie in unterschiedlichen Disziplinen reflektiert, die im Netzwerk „Schriftbindung evangelischer Theologie“ interdisziplinär verbunden werden.

  • Bioethik und Medizinrecht

    Im Themenfeld Bioethik- und Medizinrecht werden Grundlagen der Medizin- und Bioethik, aber auch spezifische bioethische Themen aus juristischer und interdisziplinärer Perspektive analysiert. Dabei ist Raum sowohl für die langfristige Verfolgung dieser Themen als auch für die Analyse aktueller Fragestellungen sowie für die Begleitforschung zu gegenwärtigen parlamentarischenn Prozesse. Die Schwerpunkte im Rahmen dieses Themenfeldes lassen sich insbesondere den Bereichen des Lebensschutzes am Anfang (Fortpflanzungsmedizin und Embryonenschutz) und am Ende des Lebens (Sterbehilfe) zuordnen.

    Fortpflanzungsmedizin und Embryonenschutz

    • Embryonenschutz
    • Schwangerschaftsabbruch und Geburt
    • Fehl- und Totgeburten
    • „Fortpflanzungsautonomie“

    Sterbehilfe

  • Staat, Wissenschaft und Politikberatung

    Wissenschaft, Gesellschaft und staatliches Handeln sind in vielfältiger Weise miteinander verbunden. Der Staat ist auf Erkenntnisse der Wissenschaft angewiesen, um seinen Aufgaben nachzukommen, die Wissenschaft bedarf Strukturen, die ihre Finanzierung und Unabhängigkeit absichern. Als wissenschaftliche Politikberatung gilt das Schnittfeld von Wissenschaft und Politik, das Erkenntnisse für Gesellschaft und Staat fruchtbar macht. Im Einzelnen ergeben sich zahlreiche Spannungsfelder und institutionelle Fragestellungen, die im Themenbereich „Staat, Wissenschaft und Politikberatung“ aufgegriffen werden.

  • Völkerrecht

    Der Arbeitsbereich Religion, Recht und Kultur widmet sich unterschiedlichen völkerrechtlichen Fragestellungen. Nachgegangen wird insbesondere Fragen der Grenzen der Staatensouveränität durch völkerrechtliche Verpflichtungen, insbesondere der Verpflichtungen von Staaten gegenüber Menschen (Menschenrechte) und korrespondierende Staatenverantwortlichkeiten, sowie der Einbindung von Akteuren, die nicht zu den originären Völkerrechtssubjekten zählen (transnationale Unternehmen) und zum Wirkungskreis von internationalen Organisationen.

  • Health Governance

    Das Themenfeld „Health Governance“ befasst sich mit Fragen der Gesundheitssteuerung sowohl im internationalen als auch im regionalen und nationalen Kontext. Krankheiten kennen keine Grenzen und insbesondere Infektionskrankheiten sind in einer globalisierten Welt zu einer nur trans-national zu bewältigenden Herausforderung geworden. Gleichzeitig sind es noch immer die Nationalstaaten, denen die maßgeblichen Hoheitsrechte zur Gesundheitssteuerung obliegen und die verantwortlich sind für die Ausgestaltung der jeweiligen Gesundheitssysteme. Im Schwerpunkt „Health Governance“ werden die Systemfragen auf unterschiedlichen Ebenen beleuchtet.

  • Glaubens-, Gewissensfreiheit und Wertediskurse

    Staat, Gesellschaft und Religion profitieren voneinander und sind gleichzeitig Spannungen ausgesetzt. Art. 4 des Grundgesetzes verbürgt gleichermaßen Glaubens, Gewissens- und Weltanschauungsfreiheit und kann auf eine lange Rechtstradition zurückblicken, die sich in verschiedenen gesellschaftspolitischen und staatlichen Kontexten entwickelt hat. Die fortschreitende Pluralisierung, Individualisierung und Diversifizierung der Gesellschaft machen es notwendig, diese Freiheiten immer neu in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten auszutarieren. Dabei geht es aber auch um verbindende Elemente einer Gesellschaft, für die vielfach das Chiffre der „verfassungsrechtlichen Werte“ bemüht wird.

  • Digitaler Wandel in Politik und Gesellschaft

    Das Themenfeld „Digitaler Wandel“ fokussiert auf eine interdisziplinär fundierte und theologisch-ethisch pointierte Reflexion auf gesellschaftliche, politische und soziale Herausforderungen, die mit der Verbreitung digitaler Technologien und Medien verbunden sind. Zentral ist dafür eine sorgfältige Analyse: Eine unspezifische Reflexion auf „die“ Digitalisierung ist ebenso wenig sinnvoll wie eine Reflexion auf „die“ analoge Welt. Die verbreitete Rede vom „digitalen Wandel“ impliziert etwas Neues – doch was ist eigentlich neu und was kommt nur im neuen Gewand innovativer Technologien daher? Dies setzt eine interdisziplinär breit aufgestellte Analyse voraus. In diesem Neuen sollen auch neue ethische Implikationen erhellt und reflektiert werden

    Schwerpunkte liegen dabei auf den Veränderungen demokratischer Kultur und Herausforderungen für die Wissenschaftstheorie und -praxis. Die Projekte sind derzeit in Vorbereitung.

Mitarbeitende