Frieden

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Arbeitsbereich Frieden

Frieden „als Sehnsucht, Hoffnung, Traum oder Verheißung“ gehört zu den „ältesten Ideen der Menschheit“ – so Georg Picht, der erste Leiter der FEST. Frieden gilt als hohes, wenn nicht sogar höchstes Gut. Gleichzeitig sind Krieg und Gewalt omnipräsent, zudem einem steten Wandel unterzogen.

Der Arbeitsbereich Frieden versteht seinen Untersuchungsgegenstand als einen dynamischen Prozess abnehmender Gewalt und zunehmender Gerechtigkeit. In inhaltlicher Profilierung verhandelt er vorrangig friedensethische Themen. Dabei fragt Friedensethik nach dem rechten Handeln und Verhalten des Menschen angesichts der Herausforderungen von gewaltsamen Konflikten und Kriegen. Ziel ist es, durch eine Reflexion über Ziele und Mittel friedensfördernden Handelns ein kritisch-normatives Orientierungswissen anzubieten. Inhaltlich umfasst dies zwei Schwerpunkte: die Zivilisierung des Konfliktaustrags, d.h. Konzepte der Begrenzung und Beendigung von Kriegen und bewaffneten Konflikten, sowie die Humanisierung von Lebensbedingungen und damit die Schaffung positiver Friedensbedingungen. Dabei lassen sich vier kategoriale Differenzierungen ausmachen, die friedensethische Diskurse maßgeblich prägen:

  1. die Frage von Herrschaft und Herrschaftsverhältnissen, die über den inneren und äußeren Frieden entscheiden,
  2. das Recht, besteht hier eine enge Wechselwirkung zwischen friedensethischen und völkerrechtlichen Entwicklungen,
  3. Gerechtigkeit, deren Bedeutung sich schon an Traditionen wie die Lehre vom gerechten Krieg oder das Konzept des gerechten Friedens erkennen lässt, wobei Frieden und Gerechtigkeit auch in Spannung zueinander treten können, sowie
  4. Gewalt, deren Einhegung für ein friedliches Zusammenleben der Menschen eine zentrale und dauerhafte Herausforderung darstellt.

Die Arbeit im Bereich Frieden ist durch drei zentrale Charakteristika geprägt: durch Interdisziplinarität, die sich sowohl in der personellen Zusammensetzung des Arbeitsbereichs als auch in der Herangehensweise zur Bearbeitung von Themen zeigt, durch einen normativen Bezug, der der Friedensethik eingeschrieben ist, sowie durch einen Praxisbezug mit entsprechenden Transferleistungen in Politik und Kirche.

Die Arbeiten der nächsten Jahre (2020–2023) richten sich insbesondere auf drei Themenfelder:

Hinzu kommen auf Dauer gestellte Kooperations- und Vernetzungsprojekte sowie Sonderprojekte.

Mitarbeitende des Arbeitsbereichs Frieden