Seit einigen Jahren findet das Phänomen religiöser Indifferenz vermehrt Beachtung in Theologie und Sozialwissenschaften. Jüngst hat erst die 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU) erneut unterstrichen, dass sich breite Teile der Gesellschaft in Deutschland kaum bis gar nicht für religiöse Themen interessieren. Die 6. KMU verzeichnet einen signifikanten Zusammenhang mit säkularistisch-szientistischen Weltbildern, in denen Kirche und Religion keine relevante Rolle mehr spielen. An der FEST wird die Thematik in dreifacher Hinsicht bearbeitet:
1. im interdisziplinären Diskurs von Theologie, Philosophie und Sozialwissenschaften zu Phänomenen der Indifferenz und Gleichgültigkeit im Allgemeinen. Vom 29. Juni bis zum 1. Juli 2023 fand dazu an der FEST eine interdisziplinäre Fachtagung zum Thema „Indifferenz – Gleichgültigkeit – Apathie: Interdisziplinäre Perspektiven auf ein ambivalentes Phänomen“ statt. Ein Tagungsband dazu ist in Vorbereitung.
2. spezifisch christlich-religiöse Indifferenz als systematisch-theologisches Thema im Besonderen. Eine fachzeitschriftliche Bearbeitung in Form eines eigenen Themenheftes der Zeitschrift für Theologie und Philosophie (ZTP) ist in Vorbereitung. Die FEST kooperiert hierfür mit Veronika Hoffmann (Fribourg), Magnus Lerch (Köln) und Stefan Walser (Bonn).
3. unter Gesichtspunkten des Wissenschaftstransfers und im Austausch mit lokalen Kirchengemeinden. Dazu bietet die FEST für Kirchengemeinden das Transfer- und Workshopformat „Gott – Glaube – Kirche: alles egal?“ an. In Form eines Weiterbildungsangebots informiert und diskutiert die FEST gemeinsam mit Pfarrerinnen und Pfarrern über religiöse Indifferenz und die diesbezüglichen Erfahrungen in den Kirchengemeinden und bespricht Perspektiven des möglichen Umgangs mit dem Thema.
Wenn Ihre Kirchengemeinde Interesse an einer Einführung in das Thema oder an bestimmten Themenaspekten hat, können Sie sich gerne an uns wenden.
