Recht auf Gesundheit

 
Der Themenbereich „Recht auf Gesundheit“ bildet eine Querschnittsmaterie zwischen sozialrechtlichen, grundrechtlichen und völkerrechtlichen Fragestellungen. Im Grundgesetz gibt es dem Namen nach kein explizites Recht auf Gesundheit, wohl aber eine Schutzpflicht des Staates zum Schutz der Gesundheit (Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG) sowie Implikationen aus dem Sozialstaatsprinzip und der Menschenwürde. Hieraus ergeben sich vielfältige rechtliche Konsequenzen im Hinblick auf die Ausgestaltung der gesetzlichen Krankenversicherung bis hin zu Fragen des Einbezugs von Migranten und Geflüchteten. Im Völkerrecht ist dagegen auch dem Namen nach ein „right to health“ verbürgt. Dieses völkerrechtliche Recht auf Gesundheit umfasst ein Bündel unterschiedlicher Rechte auf unterschiedlichen Konkretisierungsstufen. Neben spezifischen gesundheitsbezogenen Dienstleistungen handelt es sich um ein „inclusive right“, das auch sozioökomische Rechte einschließt. Besonders detaillierte völkerrechtliche Anforderungen sind im Kriegsrecht zu finden, da Kriegsgefangene in einer äußerst prekären Situation sind und ihre Gesundheit in besonderer Weise Gefährdungen ausgesetzt ist.
 
Verantwortlich für den Themenbereich an der FEST: PD Dr. A. Katarina Weilert, LL.M.
 
Publikationen
 
  1. Weilert, Kriegerische Konflikte als Herausforderungen für das völkerrechtliche Menschenrecht auf Gesundheit, Zeitschrift für medizinische Ethik 2023, S. 93-120.
  2. Weilert, The human right to health in public international law with particular reference to asylum-seekers, refugees, and migrants and its reception in German law, in: Florian Steger/ Marcin Orzechowksim/ Giovanni Rubeis/ Maximilian Schochow (Hrsg.), Migration and Medicine, Nomos Verlagsgesellschaft, Freiburg/ München 2020, S. 172-193.
  3. Weilert, Das völkerrechtliche Menschenrecht auf Gesundheit und seine Umsetzung in Deutschland, in: Gesundheits- und Sozialpolitik 72 (2018), S. 55-61.
  4. Weilert, The Right to Health in International Law ‒ Normative Foundations and Doctrinal Flaws, in: Leonie Vierck/ Pedro A. Villarreal/ A. Katarina Weilert (Hrsg.), The Governance of Disease Outbreaks. International Health Law: Lessons from the Ebola Crisis and Beyond, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2017, S. 145-174, (abrufbar unter: https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/9783845286006.pdf?download_full_pdf=1).
  5. Weilert, Gesundheitsdienstleistungen im Binnenmarkt. Grundstrukturen und neue Entwicklungen, EuR 2022, S. 731-754.
  6. Weilert, Das völkerrechtliche Menschenrecht auf Gesundheit und seine Implikationen für das nationale Recht, in: A. Katarina Weilert (Hrsg.), Gesundheitsverantwortung zwischen Markt und Staat. Interdisziplinäre Zugänge, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2015, S. 65-76
 
Vortragstätigkeit von PD Dr. A. Katarina Weilert:
 
 
  1. 16.02.2022: „Gesundheitsdienstleistungen im Binnenmarkt. Grundstrukturen und neue Entwicklungen“, Vortrag an der Juristen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.
  2. 14.03.2019: The human right to health and the international protection against epidemics, öffentlicher Workshop (Leitung und Vortrag), zusammen mit Dr. Pedro Villarreal (MPIL) im Rahmen der BMBF Klausurwoche „Migration als Herausforderung für die Medizin. Ethische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte im Ländervergleich Deutschland, Kroatien und Österreich“, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Universität Ulm.
  3. 05.12.2016: „Das völkerrechtliche Menschenrecht auf Gesundheit. Normative Grundlagen und dogmatische Schwachstellen“, Vortrag im Rahmen des Kolloquiums der Heidelberger Gruppe für Angewandte Ethik, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Heidelberg.
  4. 31.05.2016:  „Gender Based Violence in Armed Conflicts”, Lehrveranstaltung zusammen mit L. Vierck (MPIL) im Rahmen des Postgratudierten-Kurses “Public Health and Disasters”, Institut für Public Health, Universitätsklinikum Heidelberg.
  5. 27.05.2011: „Das völkerrechtliche Menschenrecht auf Gesundheit (right to health)“, Vortrag im Rahmen der Arbeitsgruppe „Gesundheitsfürsorge zwischen Markt und Staat im Lichte christlicher Sozialethik“, FEST, Heidelberg.