TNW-Anthropologie der Wahrnehmung

Anthropologie der Wahrnehmung

Eine Antwort auf die anthropologische Grundfrage, was der Mensch sei, liegt heute zugleich näher und ferner denn je: Einserseit kann sie auf einen immensen Bestand wissenschaftlicher Forschungsergebnisse über die natürlichen und kulturellen Konstitutionsbedingungen menschlicher Existenz zurückgreifen. Andererseits verlangt sie nach Forschungsansätzen, die in der Lage sind, das zugleich spezialisierte und fragmentierte Wissen über den Menschen begrifflich in eine Gesamtperspektive zu integrieren. Die Anthropologie der Wahrnehmung setzt sich zum Ziel, die Möglichkeit einer methodisch geleiteten Integration spezialisierten Fachwissens über den Menschen an dem exemplarischen Gegenstand der menschenlichen Sinneswahrnehmung zu untersuchen. Ihre Erschließung bezieht alle lebens- und erfahrungswissenschaftlich einschlägigen Disziplinen von der Neurophysiologie über die Evolutionsbiologie, Ethnologie und historische Anthropologie bis zur Ästhetik mit ein. Die Aufgabe eine Anthropologie der Wahrnehmung ist es, zu verstehen, dass und wie das In-Der-Welt-Sein des Menschen durch die Wahrnehmung konstituiert wird. Grundlegend dafür ist die Anerkennung der Wahrnehmung als ein Ereignis, in dem  sich die Verschränkung von Leib, Geist und Welt verkörpert.

 

Aktuelle Teilprojekte:
Tagung „Comprehensive Anthropology II: Antrophologie der Wahrnehmung. Gedächtnis, Wahrnehmung, Imagination“

 

Abgeschlossene Teilprojekte:
AG Anthropologie der Wahrnehmung
Sommerakademie „Anthropologie der Wahrnehmung“ in Kooperation der FEST mit dem Marsilius-Kolleg der Universität Heidelberg, Internationales Wissenschaftszentrum Heidelberg, 14. – 20.9. 2015 (Link Bericht)

 

Publikationen
Magnus Schlette, „Kann man ’schreckliche‘ menschliche Leidenschaften sehen? Der Ausdruck der Wahrnehmung und die anthropologische Aussagekraft der Kunst“, in: G.Etzelmüller, Th. Fuchs, Kirchner, A.-M.,  Chr. Tewes (Hg.), Verkörperung. Eine neue interdisziplinäre Anthropologie, de Gruyter: Berlin (im Erscheinen).

Magnus Schlette, Thomas Fuchs (Hg.), Anthropologie der Wahrnehmung. Natur- und Geisteswissenschaften im Gespräch, Winter: Heidelberg 2017.

138. Toepfer, A. Bender, P. Bexte, J. Bonnemann, Th. Fuchs, M. Haidle, M. Jung, M. Moxter, Chr. Tewes, L. Wiesing, M. Wunsch, „Diskurs“, in: Interdisziplinäre Anthropologie, Jahrbuch 4/2016: Wahrnehmung, Springer: Wiesbaden 2016, 3 – 138.

Magnus Schlette, „Leben in Farben. Sprachkritische Vorüberlegungen zu einer Anthropologie der Wahrnehmung“, in: Th. Breyer/G. Etzelmüller/Th. Fuchs/G. Schwarzkopf/M. Welker (Hg.), Interdisziplinäre Anthropologie: Leib – Geist – Kultur, Winter: Heidelberg, 2013, 107 – 138.

Magnus Schlette, „Anthropologie der Wahrnehmung. Eine neue Arbeitsgruppe zur anthropologischen Grundlagenforschung an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. (FEST) in Heidelberg, in: Jahrbuch für Interdisziplinäre Anthropologie 1/2013, 132 – 137.

146. Breyer/G. Etzelmüller/S. Micali/M. Schlette/G. Schwarzkopf, „Leib – Geist – Kultur. Ein Bericht über die jüngsten Forschungsinitiativen zur Interdisziplinären Anthropologie an der Universität Heidelberg“, in: Jahrbuch für Interdisziplinäre Anthropologie 1/2013, 138 – 146.

Magnus Schlette, „’Wahrnehmung’ in Nicolai Hartmanns erkenntnistheoretischem Realismus“, in: G. Hartung/C. Strube/M. Wunsch (Hg.), Von der Systemphilosophie zur systematischen Philosophie, de Gruyter: Berlin/New York 2012, 393 – 414.